Bauernprotest mit 3.500 Traktoren gegen Politik der Umweltminister

  • Umweltminister tagen in Hamburg
  • Bauern kritisieren neue Umweltauflagen
  • Bremer Senatorin bringt Weideprämie ins Gespräch
Während einer Demonstration haben tausende Bauern ihre Trecker in der Hamburger Innenstadt abgestellt.
Während der Demonstration stellten Bauern tausende Trecker in der Hamburger Innenstadt ab. Bild: DPA | Daniel Bockwoldt

Insektenschutz, Glyphosatverbot, Gewässerschutz – die vielen neuen Umweltauflagen sehen viele Bauern als Existenzbedrohung. Mit rund 3.500 Treckern protestieren sie in Hamburg, wo die Umweltminister tagen.

Vertreter der Landwirte übergaben den in der Hansestadt tagenden Umweltministern der Länder eine Resolution. Darin forderte das Aktionsbündnis aus Bauern, Schäfern und Jägern die Politiker auf, mehr auf Kooperation und Freiwilligkeit im Natur- und Umweltschutz zu setzen, statt auf neue Verbote und Konfrontation.

Besonders die Vorschriften zum Schutz des Grundwassers, zum Insektenschutz, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat und das Wolfsmanagement stoßen bei den Landwirten und Schafzüchtern auf Kritik. Die Bauern sehen sich in ihrer Existenz bedroht.

Schaefer setzt auf Dialog

Trecker-Demo in Oldenburg
Ende Oktober demonstrierten viele Landwirte in Oldenburg. Bild: Imago | JOKER

Die Bremer Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne) äußerte Verständnis für die schwierige Situation der Bauern: "Die Landwirte haben es zunehmend schwerer, ihre Höfe halbwegs gewinnbringend zu unterhalten." Zudem seien immer größere Agrarbetriebe eine Folge des Höfesterbens, "was die Probleme, die wir mit der Landwirtschaft haben, weiter verschärft". Schaefer machte vor allem den Einsatz von Glyphosat, hohe Nitratbelastungen vieler Felder und das Tierwohl als Probleme aus.

"Es bringt aber nichts, gegenseitig mit dem Finger aufeinander zu zeigen. Es gibt Probleme, die können wir nur gemeinsam lösen", sagte Schaefer. Deshalb habe sie bereits Gespräche mit dem Bremer Landwirtschaftsverband geführt. Darüber hinaus habe sie für die kommenden Haushaltsverhandlungen eine Weideprämie angemeldet, damit Tiere nicht ausschließlich im Stall gehalten werden.

Strengere Auflagen, drohende Subventionen: Bauernproteste in Oldenburg

Mehrere Trecker auf einer Landstraße bei dem Bauernprotest in Oldenburg.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau am Morgen, 14. November 2019, 8 Uhr