BAMF nimmt 18.000 Asyl-Verfahren aus Bremen unter die Lupe

  • Behörde stellt 70 Mitarbeiter dafür ab
  • Prüfung soll drei Monate dauern
  • Hintergrund sind unrechtmäßige Genehmigungen von Asylanträgen in Bremen
Jutta Cordt, Präsidentin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), äußert sich in der Berliner Bamf-Außenstelle zu den Vorgängen in der Außenstelle Bremen.
BAMF-Chefin Jutta Cordt stellt in Berlin die Pläne vor, wie die Affäre aufgearbeitet werden soll. Bild: DPA | Bernd von Jutrczenka

In der Affäre um mutmaßlich manipulierte Asylentscheidungen überprüft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) rund 18.000 Asyl-Verfahren der Bremer Außenstelle. Es handele sich dabei um alle positiven Entscheidungen seit dem Jahr 2000, sagte BAMF-Chefin Jutta Cordt am Freitag in Berlin. Diese Prüfung soll rund drei Monate dauern, etwa 70 Mitarbeiter würden dafür abgestellt.

Mitte April war bekannt geworden, dass eine frühere Leiterin der Bremer BAMF-Stelle zwischen 2013 und 2016 mindestens 1.200 Menschen Asyl gewährt haben soll, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren. Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Frau und fünf weitere Beschuldigte wegen Bestechlichkeit und bandenmäßiger Verleitung zur missbräuchlichen Asylantragstellung.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Bremen Eins Nachrichten, 18. Mai 2018, 11 Uhr