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Klagen, Bürgerinitiativen, Maut: Wie die A281 zum Dauerthema wurde

Fast 50 Jahre ist die Idee der Bremer Stadtautobahn alt und sie bleibt wahrscheinlich noch länger ein Thema. Heute wird in der Bürgerschaft über sie debattiert.

Ein Brückenteil der A281 ohne Anschluss
Die A281 wurde 1970 erstmals vorgeschlagen. Und der Bau ist noch immer nicht abgeschlossen.

Schon 1970 wurde eine Verbindung der Autobahnen 1 und 27 um Bremen herum erstmals von der Bundesregierung vorgeschlagen. Rund ein halbes Jahrhundert später ist sie immer noch nicht komplett realisiert. Die CDU fordert heute in einer aktuellen Stunde in der Bürgerschaft die sofortige Umsetzung des noch fehlenden Bauabschnitts "2.2" in Richtung A1. Doch was sind die Probleme, wann ist mit einer Fertigstellung der A281 zu rechnen und wofür braucht man überhaupt eine Stadtautobahn?

Was ist der Sinn einer solchen Stadtautobahn?
Die A281 soll zusammen mit den Autobahnen 1 und 27 einen Ring um Bremen bilden. "Dadurch, dass der Verkehr nicht mehr durch die Stadt fließt, halten wir auch die Staus besser aus der Stadt und man kommt auch schneller um Bremen herum", sagt Jens Tittmann vom Verkehrsressort. Außerdem sollen das Güterverkehrszentrum, die Häfen und der Flughafen besser angebunden werden.
A 281: Autobahneckverbindung Bremen A1 A27 BA 4 BA 3/2 BA 3/1 BA 2/1 BA 2/2 Bauvorbereitene Maßnahmen für Verkehr freigegeben Warten auf Gerichtsurteil Wähle einen Bauabschnitt Neubau der A 281 Gesamtlänge: ca. 17 km Gesamtkosten: ca. 845 Mio. € Querschnitt: vierstreifig, teilweise mit Standstreifen Bauabschnitt BA 2/1 Länge: 3.300 m Prognostizierte Verkehrsmenge: ca. 55.000 Kfz/24 h Kosten: ca. 244 Mio. Euro Fertigstellung: 2008 Bauabschnitt BA 2/2 Länge: 2.000 m Prognostizierte Verkehrsmenge: ca. 53.000 Kfz/24 h Kosten: ca. 160 Mio. Euro Fertigstellung: In Planung Bauabschnitt BA 3/1 Länge: 2.400 m Prognostizierte Verkehrsmenge: ca. 30.000 Kfz/24 h Kosten: ca. 47 Mio. Euro Fertigstellung: 2008 Bauabschnitt BA 3/2 Länge: 4.200 m Prognostizierte Verkehrsmenge: ca. 22.000 Kfz/24 h Kosten: ca. 47 Mio. Euro Fertigstellung: 2014 Bauabschnitt BA 4 Länge: 4.900 m Prognostizierte Verkehrsmenge: ca. 40.000 Kfz/24 h Kosten: ca. 345 Mio. Euro Fertigstellung: Im Bau Gesamt BA 2/1 BA 2/2 BA 3/1 BA 3/2 BA 4
Was ist der aktuelle Stand beim Bau der A281?
Vier von sechs Bauabschnitten der A281 sind fertiggestellt. Es fehlen noch der 1,6 Kilometer lange Wesertunnel und dessen Anbindungen zwischen Seehausen und Oslebshausen, sowie der Abschnitt zwischen dem Flughafen und dem Autobahnzubringer der A1 in Arsten. Während der Spatenstich des Tunnels im Januar zelebriert wurde, liegt der Abschnitt "2.2" in der Neustadt aktuell größtenteils auf Eis.
Wieso verzögert sich der Bau immer wieder?
Bereits in der Vergangenheit lief die Planung der Autobahn nicht ohne Probleme ab. Lange wurde diskutiert, ob ein Tunnel oder eine Brücke der beste Weg für die Weserquerung wäre. Dabei wurde auch überlegt, ob man den Bau eines Tunnels im Nachhinein mit Mauteinnahmen refinanzieren könnte. Letztendlich entschloss man sich nach langem Hin und Her für den Wesertunnel – ohne Maut. 2010 erhielt die Stadt das Baurecht. Im Anschluss sorgten vor allem Klagen dafür, dass sich der Spatenstich bis 2019 verzögerte.
Auch beim Abschnitt "2.2" in der Neustadt ist eine Klage der Grund, weshalb momentan nicht gebaut wird. Bürgerinitiativen reichten Ende Juni einen Eilantrag beim Bundesverwaltungsgericht ein. Ihre Forderung: eine andere Straßenführung. Das Verkehrsressort stoppte im Anschluss die Bauarbeiten.
Ende der Autobahn A281.
Aktuell endet die nicht fertige A281 in der Neustadt.
Wie geht es jetzt weiter?
Momentan wird am fehlenden Teilstück in der Neustadt lediglich nach Bomben im Boden gesucht und nicht gebaut. Das Ressort will die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zum Antrag der Bürgerinitiativen abwarten – und verzichtet damit auf die Möglichkeit, die Pläne sofort zu verwirklichen. Das kritisiert die CDU mit der von ihr beantragten aktuellen Stunde in der Bürgerschaft. Bis zu einer Entscheidung des Gerichts dauert es nach Angaben der Kläger 15 bis 18 Monate. Diese Pause ist der CDU zu lang.

Auch wenn sich das Verkehrsressort umentscheiden sollte und den Bau endgültig startet, würde es bis zum endgültigen Ringschluss um Bremen noch mehrere Jahre dauern. Für Teile der Bauzeit soll der Verkehr am Abschnitt "2.2" über die Kornstraße, den Kirchweg und den Buntentorsteinweg durch die Neustadt geleitet werden. Die Straßen sollen noch in diesem Jahr erneuert werden, damit sie später diesem zusätzlichen Verkehr standhalten.

Ressortsprecher Tittmann erhofft sich, dass wegen der Baustellen Autofahrer zu öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrgemeinschaften wechseln. "Auch wenn es zu Beginn etwas aus der Not geboren ist, um den Stau zu reduzieren – vielleicht merkt der eine oder andere, dass es mit Kollegen im Auto deutlich weniger langweilig ist und bleibt bei Fahrgemeinschaften. Auch, wenn die Autobahn fertig ist." Dann hätte die A281 – wenn auch über Umwege – eines ihrer Ziele definitiv erreicht und langfristig dafür gesorgt, dass Staus in Bremen seltener werden.

So soll der Bremer Wesertunnel aussehen

Ein Grafik des Wesertunnels
Der Wesertunnel soll künftig Seehausen und Oslebshausen verbinden und damit einige Verkehrsprobleme Bremens lösen helfen. Bild: Deges

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Autor

  • Yannick Lemke

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 28. August 2019, 19:30 Uhr