Start verschoben: Ariane 6-Probleme wirken sich auf Bremer Firmen aus

  • Coronabedingte Probleme verzögern ersten Start der Ariane 6
  • Programm für neue europäische Rakete wird dadurch teurer
  • Auswirkungen bekommt auch Bremer Raumfahrtindustrie zu spüren
Eine Rakete fliegt ins Weltall
Die an der Ariane 6 beteiligten Länder sollen weitere 230 Millionen Euro investieren. Bild: DPA | Aventurier Patrick/ABACA

Der erste Start der neuen europäischen Rakete Ariane 6 wird weiter nach hinten geschoben. Das hat auch Auswirkungen auf die Bremer Raumfahrtindustrie. Denn hier werden wichtige Teile der Rakete gebaut. Erst für Mitte 2022 ist jetzt der Erststart der neuen Ariane 6-Rakete geplant. Das teilte die europäische Raumfahrtbehörde ESA mit. Der Grund: Es soll Probleme bei den Arbeitsabläufen infolge der Corona-Pandemie geben. Außerdem wird das Ariane 6-Programm auch teurer. Deswegen sollen die beteiligten Länder jetzt nochmal 230 Millionen Euro nachschießen, damit die Rakete abheben kann.

In Bremen werden unter anderem die Oberstufen dieser Raketen bei der ArianeGroup zusammengebaut. Ursprünglich sollten neun pro Jahr ausgeliefert werden. Jetzt ist dem Vernehmen nach nur noch die Rede von zwei oder drei pro Jahr. Trotzdem hätten die Ingenieure genug Arbeit, beteuert das Unternehmen. Weil ja die Entwicklung des neuen Modells parallel zum Bau der alten Ariane 5 stattfindet. Allerdings könnten die Verzögerungen für Probleme bei Zulieferfirmen sorgen. Zum Beispiel bei MT Aerospace, einer Tochter des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB in Augsburg. Dort sollen 150 Ingenieurjobs bedroht sein.

Vor 40 Jahren: Jungfernflug der Ariane 1

Video vom 27. Dezember 2019
Ein Modell der Ariane Rakete in Bremen
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Folkert Lenz

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 30. Oktober 2020, 17 Uhr