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Arbeitsmarkt in Bremen nahezu unverändert

  • Milder Winter verhindert bisher große Schwankungen
  • Zahlen in Niedersachsen minimal angestiegen
  • Gute Prognosen für die kommenden Monate
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Im November waren bereits die wenigsten Arbeitslosen seit mehr als 25 Jahren registriert worden. Bild: DPA | Daniel Karmann

Der bisher milde Winter lässt die Arbeitslosigkeit in der Region bisher nur leicht steigen. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich in Bremen im Dezember kaum verändert: 34.555 Menschen ohne Arbeit waren registriert. Das entspricht einer unveränderten Arbeitslosenquote von 9,9 Prozent im Vergleich zum November.

In Niedersachsen stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer leicht auf 233.166 an. Die Arbeitslosenquote betrug dort 5,5 Prozent. Laut Agentur für Arbeit fiel der zu Winterbeginn sonst übliche Anstieg der Arbeitslosenzahlen moderat aus, da es noch keinen richtigen Wintereinbruch gegeben habe, sagte Klaus Oks, der Geschäftsführer der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen bei der Bundesagentur für Arbeit.

In Bremen und auch in Niedersachsen suchen viele Firmen nach neuen Mitarbeitern. In Bremen gab es einen leichten Anstieg bei der Nachfrage nach Arbeitskräften. In Niedersachsen habe diese im Dezember erneut sogar deutlich zugelegt, teilte die Arbeitsagentur mit. Heute präsentiert die Bundesagentur für Arbeit die Arbeitslosenzahlen für den Monat Dezember und zieht Jahresbilanz 2017.

Ein ganzes Jahr lang auf hohem Niveau

Im November lag die Arbeitslosenquote in Niedersachsen bei 5,4 Prozent, in Bremen bei 9,9 Prozent und damit jeweils leicht unter den Werten des Monats Oktober 2017. Die Nachfrage nach Arbeitskräften lag der Arbeitsagentur zufolge in Niedersachsen und Bremen das ganze Jahr über – mit Schwankungen – auf einem hohen Niveau.

Im Dezember wurde in Niedersachsen ein Höchststand erreicht. Der regionale Stellenindex – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften – stieg in Niedersachsen um sieben Punkte und lag bei 279 Punkten. Auch in Bremen stieg der Index gegenüber dem Vormonat, allerdings nur um einen Punkt auf 187 Punkte.

Die Personalnachfrage der Betriebe steigt und steigt.

Bärbel Höltzen-Schoh, Niedersachsen-Chefin der Agentur für Arbeit Ende November in einer Mitteilung

Bereits im Oktober hatten die Betriebe in Niedersachsen mehr als 18.000 neue Stellen gemeldet. Danach ging es im November noch einmal aufwärts. Arbeitsmarktexperten urteilten, die Bereitschaft der Unternehmen, Fachkräfte einzustellen, dürfte angesichts der robusten Konjunktur groß sein. Experten erwarten auch für die kommenden Monate im Jahr 2018 eine hohe Einstellungsbereitschaft der Unternehmen. Höltzen-Schoh ging zuletzt davon aus, dass die versicherungspflichtige Beschäftigung weiter wächst.

Historische Tiefstwerte zum Greifen nah

Die Arbeitslosigkeit wird demnächst vermutlich einen historischen Tiefstwert erreichen. Demnach werden im neuen Jahr im Durchschnitt 234.300 Menschen arbeitslos sein – 3,9 Prozent weniger als 2017. Die Arbeitslosenquote läge dann in Niedersachsen bei 6,0 Prozent. Beides wären nach Angaben der Regionaldirektion Werte, die seit der Wiedervereinigung nicht mehr erreicht wurden.

Allerdings dürfte die Dynamik des Arbeitsmarktes im neuen Jahr etwas nachlassen, erklärte Höltzen-Schoh. Der Grund: Viele Arbeitslose verfügten nicht über die von Unternehmen gesuchten Qualifikationen, dies erweise sich als Beschäftigungsbremse.

Wer keine oder nur veraltete berufliche Qualifikationen mitbringt, hat deutlich schlechtere Chancen.

Bärbel Höltzen-Schoh, Niedersachsen-Chefin der Agentur für Arbeit

Dies gelte umso mehr, da die Anforderungen in den Betrieben angesichts des Trends zur Digitalisierung noch wüchsen.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 3. Januar 2018, 11 Uhr