Proteste wirken offenbar: Airbus verschiebt Konzernumbau

  • IG Metall: Konzernumbau von Airbus wird verschoben
  • Beide Seiten wollen mehr Zeit für Lösungen zu Streitfragen haben
  • 12.000 Airbus-Beschäftigte hatten vergangenen Freitag gestreikt – auch in Bremen

Der geplante Umsetzungstermin für den Konzernumbau bei Airbus ist nach Gewerkschaftsangaben vom Tisch. Darauf hätten sich das Unternehmen und die IG Metall verständigt, sagte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Beide Seiten wollen demnach nun ein Gesamtpaket zur Lösung aller strittigen Fragen schnüren. Ursprünglich war geplant, die Änderungen bei Airbus Operations und Premium Aerotec am 1. Januar 2022 zu starten.

Friedrich sprach nach der dritten Verhandlungsrunde am Hamburger Flughafen von einem konstruktiven Treffen. Nun würden sechs Wochen lang in gemeinsamen Arbeitsgruppen Lösungsvorschläge erarbeitet. Das nächste Treffen mit den Airbus-Verantwortlichen sei für den 9. November vereinbart worden. "Dadurch, dass wir die Gespräche fortsetzen, werden wir jetzt nicht weiter über Warnstreiks oder ähnliches nachdenken müssen", sagte der IG Metall-Sprecher. Der Druck sei erst mal aus dem Kessel.

Konzernumbau betrifft 13.000 Airbus-Beschäftigte

Airbus wollte ursprünglich Anfang 2022 Teile von Airbus Operations und große Teile von Premium Aerotec in einer neuen Tochter aufgehen lassen. Zudem soll eine neue Einheit entstehen, die sich auf die Fertigung von Einzelteilen und Kleinkomponenten konzentriert. Für dieses Unternehmen, das auch andere Kunden bedienen soll, strebt Airbus die Verbindung mit einem "starken, externen Partner" an. Davon wären rund 13.000 Beschäftigte bei Airbus Operations und Premium Aerotec betroffen. Insgesamt hat der Flugzeugbauer nach eigenen Angaben in den beiden Tochterunternehmen 18.000 beziehungsweise 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Warnstreiks an diversen Standorten

Aus Protest gegen die Pläne waren am vorvergangenen Freitag mehr als 12.000 Beschäftigte in einen knapp eintägigen Warnstreik getreten. Betroffen waren Airbus-Standorte in Bremen, Hamburg, Stade und Buxtehude. Bei der Airbus-Tochter Premium Aerotec wiederum streikten Beschäftigte am Hauptsitz in Augsburg sowie in Bremen, Varel und Nordenham.

Sollten Beschäftigte wegen der Umstrukturierung ihren Job verlieren, fordert die IG Metall für sie als Absicherung eine Abfindung von drei Bruttomonatsgehältern je Beschäftigungsjahr bei einem Sockelbetrag von 25.000 Euro. Zudem sollen eine Härtefallregelung für IG-Metall-Mitglieder sowie zweijährige Qualifizierungsmaßnahmen bei Fortzahlung der Bezüge vereinbart werden.

Rückblick: Warnstreik bei Airbus in Bremen – IG Metall fordert Sozialtarifvertrag

Video vom 17. September 2021
Am Airbus Standort in Bremen streiken die Mitarbeiter nach einem Aufruf der Gewerkschaft IG Metall.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 28. September 2021, 19 Uhr