AfD schaltet umstrittenes Portal für Lehrer-Beschwerden frei

  • Bremer AfD will heute ihr Beschwerdeportal freischalten
  • Dort sollen Lehrer gemeldet werden, die aus Sicht der AfD gegen die Partei hetzen
  • Gegen die Plattform formiert sich breiter Widerstand
Eine Broschüre der AfD-Bremen.
Kurz vor der Wahl will die AfD in Bremen ein umstrittenes Online-Portal an den Start bringen.

Die AfD Bremen will am Montag ihr Beschwerdeportal freischalten. Auf der Online-Plattform sollen Eltern und Schüler Lehrer melden können, die aus Sicht der AfD gegen die Partei hetzen. So ein AfD-Portal gibt es schon in mehreren Bundesländern.

Die AfD Bremen erntet viel Widerspruch gegen ihr Meldeportal im Internet. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft dazu auf, es nicht zu nutzen. Es öffne nämlich Tür und Tor für Denunziation und Unfrieden an Bremer Schulen. Der Sprecher der GEW, Christian Gloede, sagte zu buten un binnen, in Schulen dürfe man durchaus kritisch über die AfD diskutieren. Das sei Teil des demokratischen Diskurses.

Müssen Lehrer neutral bleiben?

Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) ist der Meinung, dass Schulen zu politischen Diskussionen über die AfD geradezu verpflichtet sind. Der Zentrale Elternbeirat findet, Lehrer müssten für die freiheitliche Grundordnung eintreten. Sie könnten deshalb in Diskussionen nicht neutral bleiben.

Die AfD sieht das anders. Sie will mit dem Portal erreichen, dass sich Lehrer politisch neutral verhalten. Nach Meinung der Partei ist nur so unvoreingenommenes Lernen möglich.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 20. Mai 2019, 6 Uhr