Rund 230 Menschen bei Airbus-Zulieferer in Varel bangen um ihre Jobs

  • Thyssenkrupp Aerospace baute und lagerte Teile für den Riesenjet A380
  • Mit Einstellung des A380 soll das Werk im März 2021 schließen
  • Landrat sieht Jobs und öffentliche Investitionen in Gefahr
Thyssen Krupp Aerospace in Neuenwege Stadt Varel
Bild: Imago | Rust

Airbus baut seinen Riesenjet A 380 in Zukunft nicht mehr. Das hat Folgen für das Zulieferwerk Thyssenkrupp Aerospace in Varel, wo rund 230 Menschen arbeiten. Das Werk baute und lagerte jahrelang Komponenten für den A 380, soll aber Ende März 2021 schließen. Die Mitarbeiter wurden Mitte der Woche von der Geschäftsleitung informiert und bangen jetzt um ihre Jobs. Laut IG Metall übernimmt der Flugzeug-Zulieferer Premium Aerotec in Varel Ende März 2021 zwar alle Mietverträge, Vermögenswerte und das Material von Thyssenkrupp Aerospace, nicht aber die Belegschaft.

Man sehe beide Unternehmen in der Pflicht, eine ordentliche Perspektive zu bieten, so eine Sprecherin der IG Metall. Möglich wäre, dass neue Zulieferer die bisherigen Arbeitspakete übernehmen – eine Pflicht, dies in Varel zu tun, gibt es aber nicht. "Hier stehen hochqualifizierte Jobs auf dem Spiel", zeigt sich Landrat Sven Ambrosy (SPD) besorgt. Zumal der Aeropark Varel-Friesland vor zehn Jahren aus einem milliardenschweren Airbus-Sanierungsprogramm hervorgegangen war. Damals sollte der Standort mit öffentlichen Mitteln langfristig gesichert werden. Das stehe jetzt auf dem Spiel, so Ambrosy.

Airbus hatte im Februar 2019 angekündigt, die Produktion des weltweit größten Passagierflugzeugs einzustellen. Die Nachfrage nach dem doppelstöckigen Langstreckenflieger, der bis 853 Passagiere fasst, sei zu gering. Die letzten zwei Maschinen sollen 2021 ausgeliefert werden. Am Bau des A380 sind im Norden auch Werke in Nordenham, Bremen, Stade und Hamburg beteiligt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 16. Januar 2020, 13 Uhr