Weltraumbahnhof in der Nordsee rückt näher

Vier europäische Unternehmen, darunter eine Tochter des Bremer Unternehmens OHB, haben Absichtserklärungen für einen deutschen Weltraumbahnhof unterzeichnet.

Audio vom 6. September 2021
Visualisierung der zukünftigen Ariane-6-Rakete.
Bild: ESA | D. Ducros
Bild: ESA | D. Ducros
  • Europäische Unternehmen unterzeichnen Absichtserklärung
  • Tochter des Bremer Unternehmens OHB gehört zu Unterzeichnern
  • Kleine Trägerraketen könnten in Zukunft von Schiffen aus ins All starten

Vier europäische Raketenhersteller haben in Berlin Absichtserklärungen für einen Weltraumbahnhof in der Nordsee unterzeichnet. Das hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) mitgeteilt. Die Unterzeichner sind Rocket Factory aus Augsburg, HyImpulse aus Neuenstadt in Baden-Württemberg, T-Minus aus den Niederlanden und Skyrora aus dem Vereinigten Königreich. Rocket Factory ist eine Tochter des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB.

"Eine Startplattform in der Nordsee ist zentral für eine New-Space-Wertschöpfungskette. Vor allem Start-ups und mittelständische Unternehmen werden von dem vereinfachten und flexiblen Zugang ins All profitieren."

Siegfried Russwurm, BDI-Präsident

Schiffe könnten in Bremerhaven starten

Damit steigen auch die Chancen für Bremerhaven, Ausgangshafen für das Projekt zu werden, teilte ein Sprecher der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung auf Anfrage mit. Die Idee sieht vor, dass ein Schiff die kleinen Trägerraketen auf offene See fährt – rund 450 Kilometer von der Küste entfernt. Dort würde die Rakete dann starten. Private Unternehmen oder staatliche Institutionen könnten so Satelliten zur Erdbeobachtung, Internet oder für militärische Missionen ins All schießen.

Video vom 29. Juni 2021
Eine Modell-Grafik wie der deutsche Weltraumbahnhof für Raketen auf einem Schiff auf der Nordsee aussehen könnte.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 6. September 2021, 14 Uhr