Bremen schiebt mehr Menschen ab

  • Insgesamt hat Bremen im ersten Halbjahr 47 Menschen abgeschoben.
  • 2016 waren es im gleichen Zeitraum nur 10
  • Freiwillige Ausreisen sind rückläufig
Ein Mann steigt aus einem Wagen flankiert von Polizisten
Bremen hat im ersten Halbjahr 2017 mehr Menschen abgeschoben als im Vorjahreszeitraum. Bild: DPA | Hendrik Schmidt

Das Land Bremen hat im ersten Halbjahr 2017 deutlich mehr Menschen abgeschoben, als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. So mussten in diesem Jahr von Januar bis einschließlich Juni 47 Menschen ausreisen. Im selben Zeitraum des Jahres 2016 waren es gut zehn. Als Grund für den Anstieg nennt die Bremer Innenbehörde, dass insbesondere die Zusammenarbeit mit Marokko jetzt leichter sei. Bremen hat dorthin mehrere Straftäter abgeschoben. Außerdem seien viele abgelehnte Asylbewerber aus den Balkanstaaten zurück in ihre Heimat gebracht worden.

Seltener sind dagegen im ersten Halbjahr 2017 die sogenannten freiwilligen Ausreisen geworden. Dabei sollen Menschen von sich aus in ihre Herkunftsländer zurückgehen, bekommen dafür aber auch eine finanzielle Unterstützung. Bremen setzt schon lange auf diese Methode. Im ersten Halbjahr 2016 reisten auf diesem Weg noch fast 400 Menschen aus Bremen aus. Im ersten Halbjahr 2017 verließen laut Innenresort nur noch rund 140 Menschen freiwillig das Bundesland.

Auch in Niedersachsen ist die Zahl der freiwilligen Ausreisen stark eingebrochen. Die Abschiebezahlen scheinen dagegen konstant zu sein. Im ersten Halbjahr dieses Jahres mussten gut 900 Menschen das Bundesland verlassen – im gesamten Jahr davor waren es doppelt so viele.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten: 3. August 2017, 8 Uhr