Dürfen wir mit Putin noch Geschäfte machen?

Dürfen wir mit Russland noch Geschäfte machen?

Bild: Radio Bremen

Putin bezahlt den Krieg mit Geld aus Deutschland für Gas und Öl. Was, wenn wir ihm den Hahn zudrehen? Das fragt Felix Krömer Wirtschaftsexperten und einen Ex-Senator.

Seit mehr als drei Wochen herrscht in der Ukraine Krieg. Russische Truppen bombardieren ein souveränes Land, machen auch vor der Zivilbevölkerung nicht halt. Wer oder was kann den russischen Oberbefehlshaber Wladimir Putin stoppen?

Die EU versucht es mit Sanktionen. Doch diese treffen nicht nur Russland, sondern auch uns. Wir spüren sie bis nach Bremen. Dabei hat die EU eine Maßnahme noch nicht getroffen: Sie hat auf Betreiben Deutschlands noch kein Energieembargo verhängt. Nach wie vor fließen jeden Tag russisches Gas und russisches Öl nach Deutschland. Kohleimporte aus Russland kommen hinzu. Auf dem Rückweg fließen hunderte Millionen Euro aus Deutschland nach Russland – Geld, mit dem Putin seinen Krieg finanziert. 

Dürfen wir mit Putin noch Geschäfte machen? Darüber hat buten-un-binnen-Moderator Felix Krömer mit dem ehemaligen Bremer Umweltsenator Ralf Fücks (Grüne) gesprochen sowie mit dem Präses der Handelskammer Bremen, Eduard Dubbers-Albrecht, und mit Volkmar Herr, Geschäftsführer und Außenhandelsexperte der Handelskammer.

1 War der Krieg vorhersehbar?

Vor dem Hintergrund des Kriegs möchte Felix Krömer zunächst von Ralf Fücks wissen, ob man mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine hätte rechnen können. Ja, sagt Fücks. Weshalb, erklärt er ab Minute 3:38. 

Putin ist auf einem revanchistischen Trip. Er will die historische Uhr zurückdrehen. Hinter 1990, hinter den Zerfall der Sowjetunion.

Ralf Fücks, ehemaliger Bremer Umweltsenator

2 Wie ist die Stimmung in der Bremer Wirtschaft?

Wie sich das Kriegsgeschehen auf die Bremische Wirtschaft auswirkt, erkundet Felix Krömer ab Minute 6:26. Eduard Dubbers-Albrecht, Präses der Handelskammer Bremen, spricht von einem "großen Maß an Unsicherheit" unter den Unternehmen infolge des Kriegs. Worin sich diese Unsicherheit zeigt, sagt er ab Minute 7:20.

Ab Minute 12:05 wirft Felix Krömer die Frage auf, ob es naiv vom Westen gewesen sei, anzunehmen, dass man Putin über Geschäftsbeziehungen zum Partner machen und Frieden schaffen könne. "Das kann man so sagen", erwidert Fücks. Der ehemalige Bremer Umweltsenator und Gründer der Nichtregierungsorganisation "Zentrum Liberale Moderne" warnt vor zu starken wirtschaftlichen Abhängigkeiten zu autoritären Staaten. Weshalb, erklärt er ab Minute 12:23.

Handelskammer-Präses Dubbers-Albrecht betrachtet die wirtschaftlichen Verflechtungen deutscher Unternehmen zu Russland vor allem als Folge des globalen Wettbewerbs, dem sich einzelne Firmen nicht einfach entziehen könnten. Wieso nicht, erläutert er anhand eines Beispiels ab Minute 14:50.

3 Wie abhängig sind wir von Russlands Energie?

Felix Krömer weist darauf hin, dass sich Deutschland bislang gegen ein Energieembargo für Russland gesperrt habe. Er fragt: "Werden wir dadurch nicht zu Putins Kriegssponsor?"

"Faktisch sind wir das", sagt Ralf Fücks dazu. Wie es zu der hohen Abhängigkeit Deutschlands von russischer Energie gekommen ist, erläutert er ab Minute 17:53.

Faktisch haben wir (…) ein Monster gefüttert, vor dem wir uns jetzt schützen müssen, indem wir ein Sondervermögen von 100 Milliarden zur Stärkung der deutschen und europäischen Verteidigung auflegen.

Ralf Fücks, ehemaliger Bremer Umweltsenator

Um zu verhindern, dass die Ukraine ausblutet, spricht sich Fücks "kurzfristig" für ein Energieembargo gegen Russland aus: "Ich bin dafür, einen Importstopp für Öl und Gas an die Kampfhandlung zu binden und damit den Druck auf Putin maximal zu erhöhen." Wieso dieser Schritt aus seiner Sicht zwingend erforderlich ist, erklärt Fücks ab Minute 20:15.

Im Zuge der Diskussion um ein mögliches Energieembargo gegen Russland möchte Felix Krömer mehr über die Handelsbeziehungen Bremens zu Russland erfahren. Dazu äußert sich des Außenhandelsexperte der Handelskammer Bremen, Volkmar Herr, ab Minute 22:35.

4 Was bedeuten die Flüchtlingsströme aus der Ukraine für Bremen?

Infolge des Kriegs fliehen immer mehr Menschen aus der Ukraine. Ihr Weg führt sie auch nach Bremen. Felix Krömer möchte von seinen Gesprächspartnern wissen, was das für Folgen hat, inwiefern darin auch Chancen für Bremen liegen und wie die Geflüchteten bei uns aufgenommen werden. Hierzu äußern sich Ralf Fücks und Eduard Dubbers-Albrecht ab Minute 48.

Autor

  • Felix Krömer

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 19. März 2022, 19:30 Uhr