Motor an: "Polarstern" unterbricht Arktis-Expedition wegen Corona

Das Personal der "Mosaic"-Expedition wird ausgewechselt. Der Bremerhavener Forschungseisbrecher muss deshalb aus eigenem Antrieb bis zur Eiskante des Nordpolarmeeres fahren.

Das Forschungsschiff Polarstern in einer Eis- und Schneewüste
Die "Polarstern" muss sich in Folge der Corona-Krise für drei Wochen von einer Eisscholle lösen, mit der das Schiff durch die Arktis driftet. Bild: Radio Bremen

Als Folge der weltweiten Corona-Pandemie ist die Bremerhavener Leitung der "Mosaic"-Expedition gezwungen zu handeln. Nur durch die Unterbrechung der für ein Jahr geplanten Eisdrift in der Arktis sei es möglich, den nächsten Personalwechsel an Bord zu ermöglichen. Das sagte Expeditionsleiter Markus Rex am Freitag. "Wir sind froh, dass wir diese Lösung gefunden haben."

Zwei Forschungsschiffe starten aus Bremerhaven in die Arktis

Nachdem die "Polarstern" Monate mit einer Eisscholle gedriftet ist, muss das Forschungsschiff seinen Motor wieder anstellen und bis zur Eiskante des Nordpolarmeeres fahren. Dort sollen die deutschen Forschungsschiffe "Sonne" und "Maria S. Merian" mit dem neuen 100-köpfigen Expeditionsteam an Bord zeitgleich eintreffen. Die beiden Schiffe starten ebenfalls Mitte Mai von Bremerhaven aus Richtung Arktis. "Wir haben Glück, dass die 'Polarstern' schon so weit diesseits des Nordpols ist", sagt Rex.

Anschließend soll die "Polarstern" zu der Eisscholle zurückkehren, damit die Forschungsarbeiten fortgesetzt werden können. "Wir werden eine dreiwöchige Unterbrechung der Messdaten haben", sagte Rex, "angesichts der Corona-Krise sind das für uns aber relativ milde Auswirkungen." Bereits am Mittwoch wurden mit zwei kanadischen Flugzeugen "Mosaic"-Teilnehmer von der "Polarstern" abgeholt. "Die Flieger sind erfolgreich auf der präparierten Landebahn auf der Scholle gelandet", sagte Rex.

Personalwechsel per Flugzeug nicht möglich

Die "Polarstern" war im September 2019 zur Expedition aufgebrochen, die Rückkehr in Bremerhaven ist für Oktober 2020 geplant. Ursprünglich sollte alle zwei Monate das Team gewechselt werden. Wegen der Corona-Krise und den Reisebeschränkungen seien die für April geplanten Flüge ab Spitzbergen aber nicht möglich, so Rex. In Zusammenarbeit mit Ministerien, Behörden und Instituten sei die beste alternative Lösung für den Austausch gefunden worden.

Forscher berichtet von AWI-Expedition im ewigen Eis

Bild: Radio Bremen

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  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 24. April 2020, 13:00 Uhr

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