Darum könnte man an diesem Wochenende Polarlichter über Bremen sehen

Eine Nachtaufnahme mit Sternenhimmel und Polarlicht

Darum könnte man an diesem Wochenende Polarlichter über Bremen sehen

Bild: Imago | Shotshop

In Bremen und Bremerhaven ist an diesem Wochenende die Chance, Polarlichter am Himmel zu sehen, so groß wie noch nie. Grund dafür ist eine besonders starke Sonneneruption.

"In den nächsten zwei bis drei Nächten könnten wir hier mit dem bloßen Auge Polarlichter sehen", sagt Andreas Vogel, Leiter des Bremer Olbers-Planetariums: "Die Chance ist tatsächlich relativ hoch."

Grund dafür ist, dass sich der Sonnenzyklus ungefähr alle elf Jahre ändert. Gerade ist es wieder soweit. Dadurch entstehen kleine Explosionen auf der Sonne. Am Donnerstagabend gab es einen besonders starken Ausbruch, so Vogel. Und die Masse, die die Sonne bei der Explosion ins All geschleudert hat, ging genau in Richtung Erde – das ist eine gute Nachricht.

Sonnenexplosionen führen zu Polarlichtern

Denn die Sonnenexplosion könnte bei uns zu Polarlichtern führen. Je nach Ausrichtung des Magnetfelds der Polarlichtwolke können die Lichter auch in Bremen und Bremerhaven sichtbar werden – das ist aber schwer vorhersagen. Ob es dieses Mal so sein wird, hängt davon ab, wie die Magnetfelder der Erde und der anderen Planeten zueinander stehen, so Vogel.

Polarlichter sind ein bisschen wie Lotto spielen. Das kann man alles nicht vorhersagen. Aber: Die Chancen sind so hoch wie nie.

Andreas Vogel, Leiter des Olbers-Planetariums

Kameras können Polarlichter besser einfangen

Vogel empfiehlt einen dunklen Ort, denn dort könne man das Leuchten des Himmels mit bloßem Auge besser sehen. Vielleicht können Beobachter sogar Bremer Polarlichter am Himmel erkennen. Blickrichtung: Norden. "Das sieht dann ein bisschen so aus wie wehende Vorhänge", beschreibt Vogel. Die können im Dunklen im Nachthimmel rötlich, grünlich oder weiß leuchten.

2001 gab es das in Bremen schon mal, sagt Vogel. Die leuchtenden Streifen am Himmel sehen aber wohl nicht so aus, wie man diese von Polarlichtfotografie kennt, denn das menschliche Auge ist im Vergleich zum Kameraobjektiv weniger lichtempfindlich.

Wer also sicher gehen will, der könne nachts eine Kamera aufstellen, die jede Minute ein Foto schießt. Am nächsten Tag könne man so auch Lichter erkennen, die das menschliche Auge nicht wahrgenommen hätte – und schlafen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 29. Oktober 2021, 14:10 Uhr