Fragen & Antworten

Corona-Verschärfungen? So sind die aktuellen Pläne in Bremen

Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

Überall steigen die Corona-Infektionszahlen in ungeahnte Höhen. In Bremen aber herrscht an der Covid-Front allenfalls gespannte Ruhe. Das sind aktuell die Pläne des Senats.

Verschärfungen bei den Anti-Pandemie-Maßnahmen werden zwar viel diskutiert. In Bremen und Bremerhaven gehen Politik und Behörden aber noch sparsam mit Plänen zur Verschärfung um – noch zumindest. Trotzdem wird hinter den Kulissen kräftig debattiert, wie es weitergehen soll. Die SPD-Fraktion in der Bürgerschaft fordert eine Impfpflicht für bestimmte Berufe – dies hatte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) vorher angedeutet. Die Ampel-Parteien in Berlin konnten sich darauf aber noch nicht verständigen. Ein Überblick:

Wenn der Senat am Dienstagvormittag zusammenkommt: Wird die Corona-Lage dann ein Thema sein?
Es mag komisch klingen: Corona steht nicht auf der Tagesordnung. Das hat zwei Gründe. Nummer Eins: Eine Verschärfung von Maßnahmen ist in Bremen oder Bremerhaven aktuell nicht geplant. Denn: Zwar steigt auch hier die Zahl der Infizierten. Aber in den Krankenhäusern nimmt die Zahl der schwerkranken Covid-Patienten nur leicht zu. Und sie ist immer noch unterhalb eines Schwellenwertes, bei dem die Landesregierung die Corona-Warnstufe anheben müsste. Derzeit sind Bremen und Bremerhaven beide in Stufe Null.

Zweitens: Am Donnerstag tagt eine Bund-Länder-Runde. Es würde aktuell für den Bremer Senat wenig Sinn ergeben, neue Corona-Maßnahmen einzuführen, wenn sich die Runde auf andere Verschärfungen oder sonstige Regeln einigen sollte. Daher können Bremerinnen und Bremer wohl frühestens ab kommender Woche mit neuen Maßnahmen des Bremer Senats rechnen.
Trotzdem ist die Corona-Lage bundesweit mehr als angespannt. Es gibt Empfehlungen, Großveranstaltungen abzusagen. Was ist mit den Weihnachtsmärkten in Bremen und Bremerhaven?
Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke) hält nichts davon, den Weihnachtsmarkt abzusagen: "Der Weihnachtsmarkt wird gerade aufgebaut. Wir sind in Corona-Warnstufe 0 und haben in Bremen zehn Prozent Ungeimpfte." Auch falls die Inzidenz und die Zahl der Krankenhauseinweisungen ansteigen würden, sei Bremen mit dem Warnstufenmodell gewappnet. Vogt geht sogar noch weiter und meint: "Nur weil in Bayern, Sachsen und Thüringen die Leute es nicht schaffen, Menschen zum Impfen zu bringen, können wir nicht in Norddeutschland alles absagen."

Trotzdem denkt das Ressort schon darüber nach, wie man auf höhere Corona-Zahlen reagieren könnte. Den Weihnachtsmarkt einzuzäunen und Zugangskontrollen zu machen, das gilt als schwierig. Allerdings soll geprüft werden, ob mobile 2G-Kontrollen möglich sein könnten.

Die Schausteller und Marktleute sind selbst zum Teil nervös, ob ein Markt in dieser Form bis zum Weihnachtsfest störungsfrei ablaufen kann, oder womöglich doch irgendwann abgebrochen werden muss.
Was ist mit Kneipen, Restaurants und Clubs? In anderen Bundesländern haben nur Geimpfte oder Genesene Eintritt. In Bremen sind die Regeln deutlich lockerer. Bleibt das so?
Im Land Bremen darf die Gastronomie – stand jetzt – Gäste ohne große Auflagen reinlassen. Und die Kneipiers und Restaurantbetreiber hoffen, dass das auch so bleibt. Kneipen und Restaurants gehen unterschiedlich mit der Situation um. Manche halten sich an die Regeln und nehmen keine Impfnachweise, zum Beispiel um keine Gäste zu verprellen. Andere Betreiberinnen und Betreiber setzen aber von sich aus auf die 2G-Regeln, obwohl sie nach jetzigem Stand nicht Pflicht wären. Das wird zum Beispiel damit begründet, dass die Gäste sich in einer 2G-Umgebung wohler fühlen und besser geschützt sind. In vielen Bremer Clubs, in denen Menschen länger aneinander gedrängt sind, gilt die 2G-Regel.

Die Bremer Gastro-Gemeinschaft hofft, dass sich beim Treffen von Bund und Ländern dieser "Bremer Weg" durchsetzt. Weil er aus ihrer Sicht gut funktioniert. Bremen wäre dann Vorbild. Hier stellt sich aber die Frage, ob andere Bundesländer, die von hohen Infektionszahlen geplagt sind, sich dieser "hanseatischen" Lockerheit anschließen wollen.
Wie geht Werder mit der Situation um?
Der Verein lässt nicht erkennen, dass es – gerade im Hinblick auf das Spiel gegen Schalke am kommenden Samstag – Änderungen geben werde. Es bleibt wohl bei 2G. Bei dieser Corona-Warnstufe gibt es in Bremen aktuell keine Beschränkungen der Zuschauerzahlen. Ein volles Haus mit 42.000 Besucherinnen und Besuchern ist also am Wochenende im Weserstadion möglich.
Und was wird aus der Besuchsregelung in Krankenhäusern?
Auch dort besteht, laut Gesundheit Nord (Geno), aktuell kein Änderungsbedarf. Nach dem totalen Besuchsverbot zu Beginn der Pandemie dürfen alle Patientinnen und Patienten derzeit einen Besuch pro Tag unter Einhaltung der 3G-Regeln empfangen. Stand jetzt wird diese Regel auch nicht infrage gestellt.

Mehr zum Thema

Autoren

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. November 2021, 19:30 Uhr