Omikronwelle führt zu massiven Personalausfällen in Bremens Handwerk

Ein Mann zerlegt mit einem Messer eine Kuh.
Bild: Radio Bremen
  • Zentralverband warnt vor Quarantäne- und krankheitsbedingten Ausfällen
  • Auch Bremens Handwerkskammer bestätigt massive Personalengpässe
  • Forderung nach längeren Rückzahlungsfristen für gewährte Corona-Hilfen

Die Omikronwelle hat deutliche Spuren im Handwerk hinterlassen. Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks spricht von "massiven Quarantäne- und krankheitsbedingten Ausfällen von Beschäftigten" in den Handwerksbetrieben. "Das kann ich absolut bestätigen", sagt auch der Präses der Bremer Handwerkskammer, Thomas Kurzke. Durch die Bank fehlten auf kleineren und größere Baustellen Mitarbeiter, die an Corona erkrankt seien. "Mal fehlt der Maurer, mal fehlt der Elektriker, mal der Klempner, mal der Maler", sagt Kurzke.

Kaum ein Betrieb ist nicht betroffen.

Thomas Kurzke, Präses der Bremer Handwerkskammer

Dies führe, neben Lieferschwierigkeiten von Material und dem fortdauernden Fachkräftemangel, weiterhin zu Verzögerungen bei Aufträgen. Auch bei Friseuren und Kosmetikern sowie bei Kfz-, Lebensmittel- und Gesundheitshandwerken wie Fleischereien gebe es immer wieder Personalengpässe. "Ein Extrembeispiel ist eine Bremer Schlosserei, wo gerade auf einen Schlag dreizehn von fünfzehn Mitarbeitern ausgefallen sind", sagt Kurzke.

Auswirkungen auf das Geschäftsjahr 2022 wahrscheinlich

Nach einem für das Bremer Handwerk stabilen Jahr 2021 fürchtet Kurzke nun für 2022 wieder einen Rückschlag. Inwieweit die Krankheitswelle sich auf das Gesamtergebnis und die Umsätze der Betriebe für 2022 niederschlagen wird, könne man noch nicht sagen. "Sie wird sich aber auswirken."

Der Handwerkskammer-Präses begrüßt daher die Forderungen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Firmen und Betrieben mehr Zeit für die Rückzahlung der im Frühjahr 2020 ausgezahlten Corona-Soforthilfen zu geben. Der Bund hatte Mitte Januar beschlossen, dass die Bundesländer hier längere Zeit für eine Rückzahlung geben können.

"Wir reden hier ja eher von kleineren bis mittelständischen Betrieben", sagt Kurzke. Hier sei die Kapitaldecke oft dünn und die Betriebe kämen entsprechend schnell an ihre Grenzen. "Da helfen Ratenzahlungen und Stundungen sicher – für viele ist das wirtschaftlich überlebenswichtig." Auch die vom Zentralverband "zwingend" über das erste Quartal hinaus geforderten Unterstützungsprogramme, allem voran die Überbrückungshilfen, hält Kurzke daher für sinnvoll.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 11. Februar 2022, 11 Uhr