Bremer Experten raten wegen Omikron zu mehr Tests mit Rachenabstrich

Ein Mann nimmt einen Rachenabstrich
Da sich die Omikron-Variante im Rachen besonders schnell ausbreitet, sollte man bei Coronatests verstärkt auf Rachenabstriche setzen, sagen Andreas Dotzauer und Hajo Zeeb. Bild: DPA | Robin Utrecht

Trotz negativer Schnelltests sind vier Werder-Spieler neu mit Corona infiziert. Ein Zufall? Oder schlagen die Tests bei Omikron nicht an? Doch, sagen Bremer Forscher. Aber...

Grundsätzlich funktionieren die meisten Corona- Schnelltests bei der Omikron-Variante des Virus genauso gut oder schlecht wie bei anderen Corona-Varianten: mit einer theoretischen Treffsicherheit von mindestens 80 Prozent. Das zumindest sagen der Bremer Virologe Andreas Dotzauer und der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb übereinstimmend. "Das Problem in der Praxis ist allerdings: Die Tests erkennen niedrige Viruslasten nicht", gibt Dotzauer zu bedenken. Sein Kollege Zeeb fügt hinzu: "Gerade bei Geimpften ist die Viruslast oft gering. Dadurch sind die Tests nicht mehr so zuverlässig."

Umso mehr kommt es aus Sicht der beiden Bremer Experten auf die Probe für den Test an. So stellt Zeeb klar, dass Selbsttests zwar technologisch nicht anders seien als die Schnelltests professioneller Labore. "Aber die Probennahme bei einem Selbsttest ist nicht vergleichbar mit der durch Profis", sagt der Epidemiologe. Hinzu komme, dass sich Omikron im Rachenraum offenbar schneller ausbreite als in den Nasenschleimhäuten. "Ich empfehle daher Tests mit Rachenabstrich", so Zeeb. Andreas Dotzauer rät gar zu Abstrichen in Nase und Rachen. Prinzipiell ist es auch möglich, bei den Selbsttests zu Hause sowohl die Nasenschleimhäute als auch den Rachen abzustreichen.

Sicherheit durch Wiederholungen

Bei Selbsttests aber sind bislang nahezu ausschließlich Abstriche in der Nase üblich. Trotz dieses Nachteils halten Dotzauer und Zeeb Selbsttests weiterhin für sinnvoll und wichtig, gerade in Form wiederholter Reihentestungen, wie sie etwa bei Schulkindern üblich sind. "Bei der Reihentestung summiert sich Sicherheit auf", erklärt Zeeb. Anders gesagt: Je mehr Tests mit negativem Ergebnis eine Person macht, desto unwahrscheinlicher ist, dass sie doch mit dem Virus infiziert ist.

Werder Bremens Fußball-Profis Niclas Füllkrug, Manuel Mbom, Milos Veljkovic und Marco Friedl haben sich Pressesprecher Christoph Pieper zufolge übrigens vor dem 2. Januar mit negativen Ergebnissen selbst getestet. PCR-Tests am Sonntag hätten dann, wie schon Ende Dezember bei Mitchell Weiser, positive Testergebnisse zutage gefördert. In der Folge sagte der Verein das Trainingslager der Mannschaft im spanischen Murcia ab. Außerdem müssten sich die Spieler nun täglich PCR-Tests unterziehen, sagt Pieper. Gut so, finden Dotzauer und Zeeb. Denn PCR-Tests seien weiterhin die sichersten.

Werder Bremen sagt Trainingslager in Spanien wegen 5 Coronafällen ab

Bild: Nordphoto / Gumzmedia

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit sportblitz, 2. Januar 2022, 19.30 Uhr