Bremer Epidemiologe: Omikron-Infektion schützt weniger als Impfung

Eine Person hält ein Handy in der Hand, auf dem Handydisplay ist eine Mitteilung, Befund positiv, SARS-CoV-2

Bremer Epidemiologe: Omikron-Infektion schützt weniger als Impfung

Bild: DPA | K. Schmitt
  • Gesundheitsminister Lauterbach: "Omikron ersetzt Impfung nicht"
  • Bremer Experte: Infektion bietet weniger Schutz
  • Im nächsten Winter könnten Infektionszahlen wieder steigen

Der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb hat davor gewarnt, eine Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus als Ersatz für eine Impfung zu sehen. "Die Impfung baut grundsätzlich die effektive Immunität auf – und man spart sich das Long-Covid-Risiko", sagte der Wissenschaftler der Universität Bremen zu buten un binnen.

Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) getwittert, dass der Ungeimpfte, der jetzt eine Omikron-Infektion bekomme, im Herbst gegen andere Varianten wenig Schutz haben werde. "Omikron ersetzt Impfung nicht."

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Twitter anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Laut Zeeb bietet eine durchgemachte Infektion für Ungeimpfte oder nicht vollständig Geimpfte wahrscheinlich weniger Schutz, da das Durchlaufen der Infektion die Immun-Gedächtniszellen weniger anregt. "Allerdings ist das noch Spekulation, da wir neue Varianten noch nicht kennen", sagte er.

Im Sommer lockern – im Winter wieder verschärfen?

Auch mit Blick auf weitere Varianten rechnet Zeeb mit erneuten Maßnahmen im kommenden Winter, "die nach momentaner Aussicht im Sommer und Frühherbst vermutlich nicht mehr nötig sind". Es sei klug, für den Winter wieder mit ansteigenden Infektionen zu rechnen. Auch wenn Omikron den Übergang von der Pandemie zur Endemie beschleunige.

Ich gehe auch davon aus, dass wir aus der Pandemie in absehbarer Zeit herauskommen, es geht aber nur über bessere globale Impfstoffverteilung und mehr Impfungen nicht nur in reichen Ländern. Das ist eigentlich eine machbare Aufgabe, die in unser aller Interesse liegt.

Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie

"Man muss aber bedenken, dass Endemie nicht bedeutet, dass Corona vorbei ist, sondern auch endemische Zustände weiterhin Erkrankungen und vermutlich Todesfälle mit sich bringen, aber auf einem niedrigeren Niveau und ohne starke Inzidenzanstiege", sagte er. Zudem sei eine breite Immunität in der Bevölkerung nötig.

Zeeb über Bremens Pandemie-Bewältigung: "Wir machen vieles richtig"

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 20. Januar 2022, 11 Uhr