Experten: Omikron-Variante macht klare Corona-Handlungspläne notwendig

Was bislang über die Omikron-Variante des Coronavirus bekannt ist

Bild: Imago | Christian Ohde

Mit Blick auf die aktuelle Corona-Lage in Deutschland fordert eine Expertengruppe, die rechtliche Grundlage für eine Art Not-Schutzschalter zu schaffen.

"Gerade in Hinblick auf die neue Omikron-Variante ist eine solche Vorsorge dringend erforderlich", heißt es in einer Stellungnahme der Gruppe, zu der auch der Bremer Infektionsforscher Hajo Zeeb gehört. Neben dem Notfall-Maßnahmenbündel solle die Kontaktnachverfolgung bei Menschen mit Omikron-Infektion "aktuell absolute Priorität" haben. Hierfür sollten ausreichend Personal und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Insbesondere in Hinblick auf neue Virus-Varianten wie Omikron ist es wichtig und notwendig, dass klare Handlungspläne existieren, die sehr schnell umgesetzt werden können. Das Regelwerk sollte für alle Bundesländer gleichartig sein, um klare Kommunikation und Planbarkeit zu ermöglichen.

Aus dem Strategiepapier der Expertengruppe

Mehr Intensivpatienten als bei bisherigen Corona-Wellen befürchtet

Der Epidemiologe Hajo Zeeb im Interview.
Der Bremer Epidemologe Hajo Zeeb unterstützt die Expertengruppe. Bild: Radio Bremen

Der Scheitelpunkt der aktuellen Welle sei noch nicht erreicht, warnt die Gruppe. Sie erwarten aufgrund der aktuellen Wachstumsraten, dass die Spitzenbelastung in der Intensivmedizin für Ende Dezember, Mitte Januar zu erwarten ist. Für diese Phase müssten die Krankenhäuser maximale Unterstützung erfahren. Eine Konzentration auf Notfälle und dringliche Eingriffe sei unerlässlich, heißt es.

Der Höchstwert der Intensivpatienten werde wahrscheinlich noch einmal höher liegen als in den bisherigen Wellen, befürchtet die Expertengruppe. Eine adäquate Behandlung ist aus deren Sicht nur bei gleichmäßiger Verteilung der Patienten über das Bundesgebiet möglich. "Hierzu muss die strategische Verlegung nochmals deutlich ausgebaut und alle Krankenhäuser zur Einschränkung des Regelbetriebes aufgefordert werden", fordern die Fachleute. Das erfordere eine zentrale, stabsmäßige Koordination unter einheitlicher Führung des Bundes.

Impfen und Boostern muss deutlich gesteigert werden

Zentrale Maßnahme, damit der Anstieg der Inzidenz und der Hospitalisierung verlangsamt oder schnell gestoppt werden könne, ist den Experten zufolge das Impfen und Boostern von mindestens zwei Prozent der Bevölkerung pro Tag - "denn das trägt deutlich dazu bei, die Inzidenzen in den kommenden Wochen nachhaltig zu senken. Alle anderen Maßnahmen dienen der Überbrückung, bis eine ausreichende Immunität aufgebaut ist." Genannt werden etwa die flächendeckende Einführung, Umsetzung und Kontrolle von 3G- bis 2G-plus-Maßnahmen und das Tragen von medizinischem Mund-Nasen-Schutz.

In den Bundesländern, in denen bereits eine Überlastung eingetreten sei, sind weiterreichende Maßnahmen notwendig, wenn man die Überlastung schnell reduzieren will.

Aus dem Strategiepapier der Expertengruppe

Was ist los in den Bremer Testzentren?

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 29. November 2021, 19:30 Uhr