Fragen & Antworten

Wie groß ist die Gefahr durch Omikron für Kinder im Land Bremen?

Eine Hand führt bei einem Kind ein Teststäbchen in die Nase ein.
Bild: DPA | Pressebildagentur ULMER | ULMER

Die Omikronwelle türmt sich weiter auf: Besonders Bremen ist ein Hot-Spot im bundesweiten Vergleich. Eltern mit kleinen, ungeimpften Kindern fragen sich: Was kommt da auf uns zu?

Wie groß ist die Gefahr durch Omikron für Kinder?
Nach dem, was bislang bekannt ist, ist die Gefahr für kleine Kinder an der Omikron-Variante schwer zu erkranken offenbar nicht sehr hoch. Anfangs war die Sorge auch bei Experten groß, weil es bei den ersten Meldungen aus Südafrika zu dieser Corona-Variante hieß, dass auch viele Kinder mit Omikron ins Krankenhaus mussten. Inzwischen ist Omikron vielerorts zur dominanten Variante geworden – auch in Bremen.

Dr. Stefan Trapp, Landesvorsitzender beim Berufsverband der Kinderärzte, kann die Eltern trotzdem beruhigen: "Glücklicherweise haben wir ja mittlerweile Daten aus vielen Ländern, auch aus Deutschland, die zeigen, dass wir es tatsächlich im Moment in der Infektionswelle mit der Omikronvariante mit überwiegend sehr leichten Verläufen, gerade bei Kindern und Jugendlichen, zu tun haben." Das bedeute, dass die individuelle Gefährdung der Kinder durch die Erkrankung sehr gering ist.

Die individuelle Gefährdung der Kinder durch die Erkrankung ist sehr gering.

Vorsitzender des Verbandes Kinder- und Jugendärzte in Bremen Stefan Trapp im Studio von buten un binnen.
Dr. Stefan Trapp, Landesvorsitzender beim Berufsverband der Kinderärzte
Ist Omikron dann für die Kleinen harmlos?
Harmlos nicht, aber schwere Verläufe sind sehr selten bei kleinen Kindern. Und da Omikron hochansteckend ist, können natürlich auch Kinder weiterhin daran erkranken. Sie zeigen dann ebenfalls Symptome wie Husten oder Fieber. Im Zweifel sollten Eltern immer einen Arzt kontaktieren. insbesondere bei hohem Fieber oder Atemnot. Andererseits kann eine Corona-Erkrankung mit der Omikron-Variante auch unbemerkt vorbeigehen, denn: Viele Kinder zeigen gar keine Symptome – auch dann nicht, wenn sie positiv auf Corona getestet wurden.
Was kann ich machen, um meine Kinder zu schützen?
Ganz wichtig ist, dass sich Eltern impfen und boostern lassen, sagt Kinderarzt Dr. Trapp: "Wie auch bei den anderen Coronavirusvarianten ist es bei Omikron so, dass das Risiko für schwere Verläufe mit dem Alter und mit Vorerkrankungen im Erwachsenenalter deutlich zunimmt." Deshalb komme es weiterhin auf einen guten Impfschutz der Erwachsenen an. "Und bei Kindern ab fünf Jahren können wir auch einen Impfschutz der Kinder mittlerweile aufbauen, mit einem guten und verträglichen Impfstoff", so Trapp.

Wichtig ist auch, die Kinder nicht zu isolieren, wenn sie nicht krank sind. Isolation kann für Kinder zu einer körperlichen und seelischen Belastung werden, warnen Experten.

Es kommt nach wie vor auf einen guten Impfschutz der Erwachsenen an.

Der Kinderarzt Stefan Trapp bei einem Interview
Dr. Stefan Trapp, Landesvorsitzender beim Berufsverband der Kinderärzte
Wie sieht es im Hotspot Bremen an den Schulen mit Omikroninfektionen aus?
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die in Isolation und Quarantäne sind, nimmt zu. Allein von Dienstag auf Mittwoch ist sie um mehr als 200 gestiegen – von 2.822 auf 3.055, teilte die Bremer Bildungsbehörde mit. Außerdem müssen immer mehr Lehrerinnen und Lehrer in Quarantäne: Am Mittwoch waren es 134, das sind neun mehr als am Tag davor.

Im Ergebnis sind aktuell derzeit 53 Klassen im digitalen Unterricht, haben also Home Schooling. Das wird immer dann angeordnet, wenn mehr als vier Schüler mit Corona infiziert sind.

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Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 20. Januar 2022, 6:17 Uhr