Infografik

Omikron-Anteil in Bremen schießt auf bundesweiten Höchststand

Ein Schild mit der Aufschrift "Omikron"
Bild: Imago | Bihlmayerfotografie

Laut Robert-Koch-Institut gehen mittlerweile 64,7 Prozent aller Corona-Neuinfektionen im Land Bremen auf die Mutation zurück. Auch ein anderer Stadtstaat sticht heraus.

Bremen gehört Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zufolge zu jenen Bundesländern, in denen die Inzidenzen derzeit aufgrund der Omikron-Variante besonders schnell steigen. Auch andere Nordländer wie Hamburg und Schleswig-Holstein zählen dazu, sagte der SPD-Politiker.

Der an diesem Donnerstag veröffentlichte Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) bestätigt nun die Aussagen des Gesundheitsministers. Darin hat das RKI die per Sequenzierung nachgewiesenen und die aufgrund von PCR-Tests ermittelten Verdachtsfälle zusammengefasst. Demnach hat sich der Omikron-Anteil an den Neuinfektionen in Bremen binnen einer Woche auf 64,7 Prozent verdreifacht. Zum Vergleich: Kurz vor Weihnachten lag die Quote noch bei 21 Prozent.

Damit liegt Bremen statistisch deutlich vor allen anderen Bundesländern. So stieg der Omikron-Anteil in Hamburg seit kurz vor Weihnachten von 12,4 Prozent auf jetzt 41,2 Prozent. In Schleswig-Holstein ist er laut RKI von 4,0 auf 38,6 Prozent hochgeschnellt. Auch in Niedersachsen verfünffachte er sich im selben Zeitraum auf 22,5 Prozent – das ist die vierthöchste Quote in Deutschland.

Verbreitung der Omikron-Variante bei Neuinfektionen

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Entsprechend dazu hebt sich auch die Entwicklung der Inzidenzen in diesen Bundesländern vom bundesweiten Durchschnitt ab. So sind die Inzidenzen in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein bis kurz nach den Weihnachtsfeiertagen gegen den Bundestrend angestiegen.

Inzidenzen in den Bundesländern mit hoher Omikron-Fallquote

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"Ohne Omikron ist der Anstieg der Infektionen in Bremen nicht so recht zu erklären", sagt auch der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb. Dennoch betont er, dass die bisherigen Zahlen derzeit noch lückenhaft seien, Nachmeldungen von den Feiertagen die Statistik verzerrten und für Bremen schon aufgrund der geringeren Fallzahlen statistische Ausschläge nicht ausgeschlossen werden könnten.

Die Begründung Lauterbachs, dass vor allem grenznahe Bundesländer von vielen Omikron-Infektionen betroffen seien, sieht Zeeb dabei für die Stadtstaaten Bremen und Hamburg nicht als maßgeblich an. "Das kann dazu beigetragen haben, als einzige Erklärung ist das aber vermutlich nicht ausreichend", sagt er. Für Bremen und Hamburg sei es Zeeb zufolge hingegen wohl bedeutsamer, dass es sich bei beiden um Stadtstaaten handele. "Das macht schon einen Unterschied zu einem Flächenland wie Niedersachsen aus, wenn bei einer hochinfektiösen Variante wie Omikron Menschen eng in einer Stadt zusammenleben."

So bereiten sich Feuerwehr und Co. in Bremen auf die Omikron-Welle vor

Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Kristian Klooß Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 30. Dezember 2021, 8 Uhr