Bremer Senatoren verurteilen OHB-Anschlag: "Macht uns fassungslos"

Bild: Radio Bremen
  • Wirtschaftssenatorin Vogt besucht Ort des Brandanschlags
  • "Gewalt ist nie Mittel der Politik, kann es nicht sein", so Vogt
  • Laut Innensenator Mäurer liegt noch kein Bekennerschreiben vor

Nach dem erneuten Brandanschlag auf das Raumfahrtunternehmen OHB haben zwei Bremer Senatoren den Vorfall verurteilt. "Gewalt ist nie Mittel der Politik, kann es nicht sein", sagte Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) bei einem Besuch des Unternehmens.

"OHB ist ein wichtiges Unternehmen in Bremen und für die gesamte Branche – die Produkte, die OHB herstellt, sind überwiegend im zivilen Bereich eingesetzt", sagte Vogt. Sie wendete sich damit gegen einen vermutlich politisches Motiv der Brandstifter.

Das ist etwas, was uns natürlich schon ziemlich fassungslos macht.

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt
Das beschädigte Gebäude des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB. Unbekannte haben in der Nacht zum Samstag, 01.01.2021 Brandsätze auf das Firmengebäude des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB geworfen. Verletzt wurden bei dem Anschlag nach Polizeiangaben niemand.
OHB schätzt den entstandenen Sachschaden auf einen hohen sechsstelligen Betrag. Bild: DPA | Nord-West-Media TV

Unbekannte hatten Silvester um Mitternacht Brandsätze auf Büros des Unternehmens geworfen. OHB selbst schätzt den Sachschaden auf einen hohen sechsstelligen Betrag. Ein vorheriger Brandanschlag im November war glimpflich verlaufen. Damals gab es ein Bekennerschreiben, dass die Geschäftsbeziehungen von OHB zur Bundeswehr und Frontex kritisiert. In beiden Fällen ermittelt der Staatsschutz.

Auch Mäurer verurteilte den Anschlag.

"Man kann und muss die Grenzschutzagentur Frontex durchaus kritisieren für deren politisches Vorgehen, das ja wirklich Menschenleben kostet", sagte Vogt weiter. "Aber da ein Unternehmen verantwortlich zu machen, das mit Frontex gar keine Geschäftsbeziehungen hat, finde ich persönlich sehr schwierig." Sie habe noch nie in den 15 Jahren, in denen sie Mitglied der Linken sei, Sympathiebekundungen für Anschläge erlebt. "Nicht mal klammheimlich."

Auch Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) verurteilte den Anschlag. "Wir betrachten die Entwicklung in Bremen nicht erst seit dem Anschlag auf den Raumfahrtkonzern OHB mit großer Sorge", teilte er mit. Noch liege bei dem Brandanschlag aus der Silvesternacht kein Bekennerschreiben vor. "Aber natürlich liegt der Verdacht nahe, dass die Täter auch dieses Mal vermutlich in der linksextremistischen Szene zu suchen sind."

Noch kein Bekennerschreiben zu jüngstem Anschlag

Um die Serie der Anschläge in den vergangenen Monaten aufzuklären, hat der Staatsschutz laut Mäurer bereits vor längerem eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet. "Bundesweit können wir feststellen, dass diese Tätergruppen hochkonspirativ vorgehen. Aber irgendwann werden auch sie Fehler machen, sodass wir sie zur Rechenschaft ziehen können."

Keine Verletzten nach Brandanschlag auf OHB Büros in Horn-Lehe

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 3. Januar 2022, 19:30 Uhr