Oben ohne im Schwimmbad – Bremer Bäder sagen nicht nein

Frauen sonnen sich in einem Freibad, eine trägt dabei kein Bikini-Oberteil.
In Göttingen ist das oben-ohne-Schwimmen jetzt an den Wochenenden während einer Testphase erlaubt – Bremen informiert sich über das Projekt. (Archivbild) Bild: DPA | Kay Nietfeld
  • Göttingen startet Testphase fürs Oben-ohne-Baden an den Wochenenden
  • Bremen will sich über das Pilotprojekt informieren und dann entscheiden
  • Bremerhaven schließt eine Änderung der Regeln aktuell aus

Alle Badegäste dürfen ab dem 1. Mai in Göttingen ohne Oberkörperbekleidung baden gehen – allerdings nur an bestimmten Tagen. Der Sportausschuss der Stadt sprach sich am Dienstag für eine entsprechende Regelung aus, wie ein Stadtsprecher am Mittwoch bestätigte. Demnach ist das nun samstags und sonntags erlaubt.

Die Bremer Bäder schließen eine vergleichbare Regelung in Zukunft nicht aus. Martina Baden ist Mitglied der Geschäftsführung der Bremer Bäder. Sie kündigt an, dieses Thema in der kommenden Woche auf der Verbandstagung der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen zur Diskussion zu stellen. Sie wolle sich über das Pilotprojekt informieren. In Bremen habe es bislang jedoch keine Anfragen dieser Art gegeben.

Unsere Sanitäreinrichtungen werden nach und nach in den Bädern zum Teil geschlechtsneutral ausgestattet, in den neuen Bädern ist das bereits berücksichtigt worden.

Martina Baden, Geschäftsführung der Bremer Bäder

Bremerhaven dagegen schließt so eine Regelung aktuell für die Bäder 1, 2, 3 und das Freibad Grünhöfe aus. "Da haben wir eine festgesetzte Haus- und Badeordnung und bislang war das kein Diskussionsthema in Bremerhaven", sagt Robert Haase, Geschäftsführer der Bädergesellschaft. Nur im Weser-Strandbad werde diese Regelung teils etwas lockerer gesehen, so Haase.

Baden ohne Oberkörperbekleidung bislang nur Männern erlaubt

Auslöser für die Diskussion um das Schwimmen oben ohne war, dass eine Person, die sie sich selbst nicht als Frau identifiziert, wegen Oben-ohne-Badens aus einem Schwimmbad verwiesen wurde und Hausverbot erhielt. Das Schwimmbad sah die Person als Frau an und sprach deswegen von einem Verstoß gegen die Badeordnung. Demnach war das Baden ohne Oberkörperbekleidung nur Männern gestattet.

Politik und Gesellschaft hatten in Göttingen in den vergangenen Wochen intensiv über das Thema diskutiert. Forderungen gingen von bestimmten Zeitfenstern bis hin zu einer generellen Erlaubnis für das Oben-ohne-Schwimmen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 29. April 2022, 23:30 Uhr