Interview

Das müssen Sie zur Nosferatu-Spinne in Bremen wissen

Beißende Nosferatu-Spinne breitet sich in Bremen aus

Bild: Radio Bremen

Ursprünglich stammt die Spinne mit dem gruseligen Namen aus dem Mittelmeerraum. Doch längst gibt es sie auch hier. Wie gefährlich sie ist, weiß Sönke Hofmann vom Nabu Bremen.

Sie ist groß, haarig und hat lange Beine: Die Nosferatu-Spinne, die eigentlich aus dem Süden stammt, wird in immer mehr Teilen Deutschlands gesichtet – auch in Bremen. Was man zum Achtbeiner mit dem furchterregenden Namen wissen muss, erklärt Sönke Hofmann, Geschäftsführer des Nabu Bremen.

Die Nosferatu-Spinne hat es sich hier anscheinend so richtig gemütlich gemacht, denn immer mehr Menschen entdecken sie. Herr Hofmann, wie sieht sie denn überhaupt aus?
Jetzt stellen sich überall die Haare auf. Wenn man sich mal diese fetten Hauswinkelspinnen anguckt, dann ist die Nosferatu ein bisschen kleiner. Aber das Beeindruckende ist der Körper. Der ist zwei Zentimeter lang, und das ist richtig, richtig fett.

Wenn man die Spinne in die Ecke drängt, dann kann es sein, dass sie tatsächlich zum Angriff übergeht – allein, um sich zu verteidigen.

Sönke Hofmann im Interview
Sönke Hofmann, Geschäftsführer des Nabu Bremen
Wo trifft man die Nosferatu-Spinne?
Die gute Nachricht ist, dass man sie draußen beim Spaziergang nicht trifft. Das ist eine mediterrane Art. Die haben wir Menschen vermutlich aus Urlaubsreisen mitgebracht, etwa im Kofferraum. Und die fühlt sich bei uns in den Häusern wohl. Und das ist dann wieder die schlechte Nachricht. Die kann nur bei uns in den Häusern überwintern, weil es da warm genug ist. Die würde draußen in der Natur sterben.
Was muss ich machen, um gebissen zu werden? Und woran erkenne ich dann so einen Biss?
Wenn ich die Spinne mit der bloßen Hand einfange, dann kann es sein, dass diese Spinne mit ihren Beißwerkzeugen durch meine Haut kommt. Weil die sehr kräftig ausgebildet sind, ist sie eine der wenigen Spinnen, die das schafft. Dann piekst es und tut weh. Und wenn man die Spinne in die Ecke drängt, dann kann es sein, dass sie tatsächlich zum Angriff übergeht – allein, um sich zu verteidigen.
Zum Angriff?
Ja, die heben erst drohend noch die die Vorderbeine und dann kommen die richtig auf einen zugeschossen. Das ist nicht so schön.

Ich würde die Spinne einfach aus dem Fenster setzen – oder einfach lernen, damit zu leben. Solange man die nicht in eine Ecke drängt, passiert einem ja auch nichts.

Sönke Hofmann im Interview
Sönke Hofmann, Geschäftsführer des Nabu Bremen
Was mache ich denn, wenn ich gebissen wurde?
Ich würde das Ganze einfach kühlen und ein bisschen beobachten. Das ist zwar unangenehm, aber es ist nichts wirklich dramatisches.
Und wie weit vom Haus muss sich so eine Spinne aussetzen, damit sie nicht wieder zurückkommt?
Das sind schon einige Meter. Die Tiere sind mobil, die wandern auch von Haus zu Haus. Etwa, wenn irgendwo ein Fenster auf Kipp steht. Und in einer besiedelten Stadt kommen die sowieso wieder, weil der Nachbar hat dann womöglich welche. Das heißt, man muss schon ziemlich weit laufen, um diese Spinne auszusetzen. Ich würde die Spinne einfach aus dem Fenster setzen – oder einfach lernen, damit zu leben. Solange man die nicht in eine Ecke drängt, passiert einem ja auch nichts.

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Autorin

  • Tine Kuntze Moderatorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. September 2022, 19:30 Uhr