Streit um Nordsee-Verordnung: Gefährden Segler und Kiter die Natur?

Kiter stehen an einem Strand und halten ihre Kites fest.
Bild: DPA | Jochen Tack | Jochen Tack
  • Naturschutzverbände fordern mehr Rücksicht auf Tiere und Natur in Nationalparks
  • Verordnung soll Sport-, Boots- und Schiffsverkehr in Nordsee regeln
  • Auch Wassersportler und Inseln kritisieren Entwurf des Verkehrsministeriums

Ein Bündnis von 20 norddeutschen Naturschutzverbänden fordert von der Bundesregierung mehr Schutz für die Nordsee. Der Entwurf für die sogenannte Nordsee-Befahrensverordnung des Bundesverkehrsministeriums führt ihrer Ansicht nach zu mehr Unterwasserlärm und gefährdet Tiere. Das teilte das Bündnis, zu dem unter anderem BUND, Nabu und WWF zählen, am Montag mit. Die Verordnung regelt den Sport-, Boots- und Schiffsverkehr in den Wattenmeer-Nationalparks.

Naturschützer wollen Kitesurfen auf Zonen konzentrieren

Die neue Befahrensverordnung schreibt unter anderem vor, wo Kitesurfen, Segeln und Schiffsverkehr in der Nordsee möglich ist. Im Entwurf sind laut den Naturschützern zu viele Bereiche freigegeben oder durch Fahrwasser zerschnitten worden. Außerdem gebe es zu viele Strecken, auf denen schnell gefahren werden darf, machten die Verbände vor ihrer Anhörung in dieser Woche deutlich. Dadurch würden zum Beispiel Vögel gestört, die in den Nationalparks Rast machen und Nahrung suchen. Es gehe ihnen dabei jedoch nicht darum, das Kiten generell zu verbieten, sondern auf bestimmte Gebiete zu konzentrieren.

Auch Wassersportler und Inseln kritisieren Verordnung

Auch Wassersportverbände und Inselkommunen kritisieren den Entwurf des Bundesverkehrsministeriums. Allerdings aus anderen Gründen: Sie befürchten, dass der Naturschutz zu stark und der Tourismus dadurch zu sehr eingeschränkt wird. Die bisherige Befahrensverordnung stammt aus den 1990er-Jahren. Weil sich die Grenzen der Nationalparks inzwischen verändert haben, wollen die Länder, dass die Verordnung überarbeitet wird.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 8. November 2021, 14 Uhr