Warum Erdgasförderung in der Nordsee für die SPD kein Tabu mehr ist

Überschüssiges Gas wird in einer Erdölraffinerie verbrannt
Das niederländische Unternehmen One-Dyas will in der Nordsee vor Borkum Gas fördern. (Symbolbild) Bild: DPA | Patrick Pleul
  • Erdgasförderung in der Nordsee vor Borkum trifft auf Zustimmung der SPD
  • Förderbedingung: Scharfe Umweltauflagen müssen eingehalten werden
  • Niederländisches Unternehmen will Gas in der Nordsee fördern

Niedersachsens SPD-Fraktionschefin Johanne Modder hat ihr Einverständnis mit der geplanten Erdgasförderung in der Nordsee vor Borkum erklärt. "Wir können nicht einerseits aus den Niederlanden Gas importieren und ihnen auf der anderen Seite die Förderung in der Nordsee verbieten", sagte die Politikerin der "Nordwest-Zeitung" in Oldenburg.

Der Krieg in der Ukraine zeigt ungeschminkt, wie sehr wir abhängig sind von russischen Gas- und Öllieferungen.

Johanne Modder, Niedersachsens SPD-Fraktionschefin

Modder kündigte an, es werde darauf geachtet, "dass schärfste Umweltauflagen eingehalten werden. Ich kann die Unruhe auf den Ostfriesischen Inseln und an der Küste gut verstehen". Das Land werde gezielt Projekte zum Schutz der Natur finanzieren, sagte sie.

Politik will Erdgasförderung in der Nordsee neu bewerten

Zuvor hatte die Staatskanzlei mitgeteilt, dass im niedersächsischen Kabinett Einvernehmen bezüglich einer Neubewertung der Erdgasförderung in der Nordsee bestehe, um von russischen Gaslieferungen unabhängig zu werden. Das niederländische Unternehmen One-Dyas will dort Gas fördern.

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) und One-Dyas-Vorstandschef Chris de Ruyter van Steveninck hatten in der vergangenen Woche den Entwurf einer gemeinsamen Erklärung vorgestellt, der Eckpunkte der geplanten Gasförderung regelt. Diese sieht vor, dass das auf deutschem Gebiet geförderte Gas dem deutschen Markt zur Verfügung stehen soll. Zudem soll die Förderung nur erfolgen, wenn der Schutz der Inseln und des Nationalparks Wattenmeer gewährleistet ist.

Der Jade-Weser-Port mit den Rohren der Tankerlöschbrücke im Vordergrund.

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Bild: DPA | Sina Schuldt

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 4. April 2022, 7 Uhr