Corona-Krise drückt Unternehmensumsätze in Niedersachsen

Ein Mitarbeiter von Volkswagen streicht im Rahmen eines Presserundgangs im Lichttunnel in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen mit einem Tuch über einen VW ID.3.
Bild: DPA | Sebastian Kahnert
  • Umsätze der 100 größten Unternehmen Niedersachsen gehen zurück
  • Norddeutsche Landesbank stellt Ranking vor
  • Umsätze gehen auf etwa 401 Milliarden Euro zurück

Die Corona-Krise hat auch die Wirtschaft in Niedersachsen schwer getroffen. In den 100 größten Unternehmen des Landes gingen die Umsätze im Jahr 2020 – dem ersten Jahr der Pandemie – um gut elf Prozent auf etwa 401 Milliarden Euro zurück. Das geht aus dem jährlichen Unternehmensranking der Norddeutschen Landesbank (NordLB) hervor, das am Montag vorgestellt wurde.

NordLB-Chef Thomas Bürkle erklärte, Corona habe tiefe Spuren hinterlassen. Die Mitarbeiterzahl der Top-100-Unternehmen ging im selben Jahr um rund zwei Prozent auf etwa 1,32 Millionen Beschäftigte zurück. "Das ist angesichts des wirklich dramatischen Einbruchs der gesamtwirtschaftlichen Aktivität im Jahr 2020 schon fast ein moderater Rückgang", sagte NordLB-Chefvolkswirt Christian Lips. Unter anderem das Instrument der Kurzarbeit habe sich dabei bewährt.

Volkswagen führt das Umsatzranking an

Angeführt wird das Umsatzranking wie in den Vorjahren mit deutlichem Vorsprung vom Autobauer Volkswagen. Mit knapp 223 Milliarden Euro zeichnete allein der VW-Konzern für mehr als die Hälfte des Umsatzes der Top 100 verantwortlich, obwohl auch Volkswagen ein Minus von zwölf Prozent verkraften musste.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen der Autozulieferer Continental (knapp 38 Milliarden Euro) und der Reisekonzern Tui (knapp acht Milliarden Euro), der allerdings bei der Wertschöpfung 2020 nicht einmal mehr unter den Top 50 rangierte. Zuwächse konnten vor allem Handelsunternehmen verbuchen. So stieg der Umsatz der Drogeriekette Rossmann um sechs Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Der Baumarkt Hagebau legte um acht Prozent auf 6,5 Mrd. Euro zu.

Weitere Geschäftsaussichten werden skeptisch gesehen

Mit Blick auf die weitere Entwicklung erklärte Chefvolkswirt Lips, die Geschäftsaussichten seien derzeit angesichts der vierten Corona-Welle so skeptisch wie seit Anfang 2021 nicht mehr. Zuvor habe es im Jahresverlauf allerdings einen kräftigen Aufholprozess gegeben. Nach Angaben der NordLB legte das Bruttoinlandsprodukt in Niedersachsen im ersten Halbjahr 2021 um 3,9 Prozent zu und damit stärker als auf Bundesebene.

Im dritten Quartal habe sich diese Dynamik abgeschwächt, dennoch sei für das Gesamtjahr mit einem Wachstum von mehr als drei Prozent zu rechnen. Allerdings beeinträchtigten Lieferengpässe die Entwicklung. Die Auftragsbücher seien voll, könnten aber nicht vollständig abgearbeitet werden.

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Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 13. Dezember 2021, 12 Uhr