9-Euro-Ticket: Bereitet sich die BSAG vergeblich auf den Ansturm vor?

Streit um 9-Euro-Ticket im ÖPNV: Bremen will dafür stimmen

Bild: DPA | Sina Schuldt

Für die Bremer Straßenbahn AG käme der Anreiz zum Bus- und Bahnfahren wie gerufen. Am Freitag könnte das 9-Euro-Ticket für den Nahverkehr aber im Bundesrat scheitern.

Für die Bremer Straßenbahn AG käme das 9-Euro-Ticket eigentlich wie gerufen. Denn die Pandemie hat für einen massiven Fahrgast-Rückgang gesorgt. Nun stabilisieren sich die Zahlen langsam wieder und das verbilligte Fahren könnte zusätzlich Bremerinnen und Bremer motivieren Bus und Bahn anstelle des eigenen Autos zu nutzen. Seit Wochen wird deswegen an einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne gearbeitet, Flyer werden gedruckt und Abbuchungssysteme umgestellt.

Die Länder sind sich einig, der Verkehrsminister zögert

Am Ende könnten all die Planungen vergebens sein, denn hinter den Kulissen streiten Bund und Länder ganz grundsätzlich über die künftige Finanzierung des ÖPNV. Die Länder wünschen sich, dass der Bund nicht nur das verbilligte Ticket für drei Monate finanziert, sondern dauerhaft mehr Geld für die Finanzierung des ÖPNV bereitstellt.

Es ist ein wichtiges Signal, dass nicht nur der Tankrabatt kommt für die Autofahrer – sondern, dass auch für den ÖPNV eine Kompensation da ist.

Bremens Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne)

Einstimmig haben die 16 Länder unter dem Vorsitz der Bremer Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) für diese zusätzlichen Mittel votiert, doch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) zögert. Dieses Zögern führt nun zu einer möglichen Blockade. Vor allem Union-geführte Länder wie Bayern drohen damit, das 9-Euro-Ticket am Freitag im Bundesrat platzen zu lassen.

Anders will es Maike Schaefer und damit Bremen handhaben. Der zeitlich begrenzte Rabatt sei ein gutes Signal an den ÖPNV und die Fahrgäste. Es könne nicht sein, dass nur Autofahrer mittels Tankrabatt entlastet würden, so die Bremer Verkehrssenatorin.  

BSAG will alle verfügbaren Busse und Bahnen nutzen

Bis Freitag wird nun hinter Kulissen an einer Lösung gearbeitet. Zu groß wäre die Schmach für die Ampel-Regierung, sollte das 9-Euro-Ticket auf den letzten Metern scheitern. Schon jetzt kämen viele Anfragen, berichtet die BSAG. Viele Kundinnen und Kunden würden fragen, wann und wo sie das Ticket bekommen würden. Der Vorverkauf soll am 23. Mai beginnen, Abo-Kunden bekommen während der drei Monate neun Euro, statt des eigentlichen Tarifs abgebucht. Ab September gelten dann wieder die herkömmlichen Tarife. Da in den kommenden drei Monaten mit deutlich mehr Fahrgästen gerechnet wird, bemüht sich die BSAG gerade, alle verfügbaren Busse und Bahnen auf die Straße beziehungsweise auf die Schiene zu bringen.

Doch zunächst muss der Bundesrat am Freitag zustimmen. Maike Schaefer sagte gegenüber buten un binnen, dass es schwierig sei, dass Abstimmungsergebnis vorherzusagen. Sie wird am Freitag nach Berlin reisen, um im Bundesrat für die Einführung zu werben.

Verkehrsminister beim 9-Euro-Ticket einig – trotzdem gibt es Unmut

Bild: Radio Bremen

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  • Torben Ostermann Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 18. Mai 2022, 19:30 Uhr