Dreifachmord in Bispingen: 35-jähriger Bremer muss lebenslang in Haft

Ein Angeklagter sitzt vor Prozessbeginn im Saal vom Landgericht Lüneburg
Bild: DPA | Philipp Schulze
  • Täter ermordete Freundin und deren Kinder.
  • 11-jährige Tochter zuvor vergewaltigt.
  • Richter ordnet Sicherungsverwahrung an.

Ein 35-jähriger Bremer ist wegen des Mordes an seiner Freundin und deren beiden Kindern zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Das Lüneburger Landgericht stellte am Dienstag die besondere Schwere der Schuld nach der Tat im Mai in Bispingen fest, zu der auch die Vergewaltigung des elfjährigen Mädchens gehörte. Damit kam das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft nach, die in ihrer Anklageschrift ausdrücklich von "Mordlust" sprach.

Der Angeklagte blieb bei seinem Schweigen

"Das ist ein gefährlicher Sexualstraftäter", sagte Richter Franz Kompisch in seiner Urteilsbegründung (Az. 27 Ks 11/21). "Diese Vorliebe für Würgen durchzieht seine Fantasie." Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Pflichtverteidiger des Bremers stellte lediglich die Sicherungsverwahrung in Zweifel, die Tat war für alle bewiesen.

Das war kein alltäglicher Prozess, das war nicht einfach.

Richter Franz Kompisch

Der Angeklagte blieb auch am sechsten Prozesstag bei seinem Schweigen. Allerdings gab es ein schriftliches Geständnis, das ein Mitgefangener entdeckt hatte und das für seinen Anwalt gedacht war. Darin räumte der Täter ein, im Rausch gehandelt zu haben: "Ich war voller Wut, habe Rot gesehen, bin in einen Mordrausch verfallen", steht in dem Schriftstück. Er führt an, seine Freundin habe ihn in einer Auseinandersetzung einen Versager genannt und ins Gesicht geschlagen.

Der Täter war nicht Vater der Kinder

Richter Kompisch sah in allen drei Fällen das Merkmal der Heimtücke erfüllt. Die Opfer seien ahnungs- und wehrlos gewesen. Zuvor zeigte ein psychiatrischer Gutachter die Entwicklung des Beschuldigten in einer zerrütteten Familie auf, der schon in der Kindheit zu Gewalt neigte und immer wieder durch Strangulieren auffiel.

Im Haus der Mutter im Heidekreis waren die Leichen der 35-Jährigen und ihres vierjährigen Sohnes entdeckt worden. Die Leiche der Tochter war später an einem Waldweg in der Lüneburger Heide in der Nähe von Schneverdingen gefunden worden. Der tatverdächtige Deutsche war nicht der Vater der Kinder. Die beiden Väter und die Großmutter traten als Nebenkläger auf.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 18. Januar 2022, 16 Uhr