Wegen 9-Euro-Ticket: Fahrgastverband warnt vor überfüllten Zügen

Reisende steigen am 15.10.2014 im Hauptbahnhof Hannover (Niedersachsen) in einen Regionalzug. Die Lokführer der Deutschen Bahn treten am Mittwoch ab 14 Uhr bis Donnerstag 4.00 Uhr bundesweit in den Streik.
Bild: DPA | Ole Spata

Das Neun-Euro-Ticket soll am 1. Juni bundesweit starten. Viele Fragen scheinen geklärt zu sein, doch ein Fahrgastverband warnt vor überfüllten Zügen.

Das vergünstigte Neun-Euro-Ticket für den Öffentlichen Nahverkehr könnte zu einer Überlastung beliebter Zugverbindungen führen. Das prognostiziert der Fahrgastverband Pro Bahn. Es sei mit "überfüllten Zügen auf touristischen Strecken" zu rechnen, warnte der Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann in der "Rheinischen Post" und forderte mehr Züge auf diesen Strecken.

Das geplante Sonderticket zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger sei ein guter Ansatz. Gleichzeitig beklagte Naumann, dass Fernpendlerinnen und Fernpendler leer ausgingen, da das Ticket nur für den Regionalverkehr gelte. Pro Bahn fordert daher dauerhafte Verbesserungen bei den Zugverbindungen, damit Menschen die Bahn als Alternative zum Auto sehen.

Für Bremen und Niedersachsen weniger Überlastung erwartet

Malte Diehl, Pro-Bahn-Sprecher für Niedersachsen und Bremen, sieht die Situation für den Nordwesten etwas gelassener. Dennoch könne es besonders bei Hauptverkehrsstrecken zu volleren Zügen kommen. Vor allem die Strecken Bremen – Norddeich, Bremen – Cuxhaven könnten durch das geplante Neun-Euro-Ticket stärker frequentiert werden.

Eine deutlich stärkere Nutzung der Zugverbindungen durch Pendlerinnen und Pendler hingegen sieht er demnach nicht. Diese würden sich nicht unbedingt an den Preisen orientieren, sondern vor allem auf regelmäßige Abfahrtszeiten und eine kürzere Streckendauer achten. Auch er forderte ein besseres Angebot an Bussen und Bahnen.

Das Neun-Euro-Ticket soll voraussichtlich am 1. Juni kommen und drei Monate lang bundesweit im Regionalverkehr gelten. Die Kosten von geschätzt 2,5 Milliarden Euro will der Bund übernehmen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 13. April 2022, 12 Uhr