Bremen begrenzt neue Altenpflegeheime auf maximal 80 Plätze

Ein Rollator steht in einem Gang in einem Altersheim.
Bild: DPA | Angelika Warmuth
  • Sozialsenatorin Stahmann will Investoren Grenzen aufzeigen
  • Ein Drittel der Bremer Heime hat mehr als 80 Plätze
  • Größte Einrichtung mit 204 Betten in Bremerhaven

Neue Altenheime in Bremen dürfen künftig nur noch maximal 80 Plätze haben. Das sieht eine Bauverordnung von Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) vor. Auch Doppelzimmer soll es in neuen Heimen nicht mehr geben dürfen. Die Änderung gilt ab Februar nächsten Jahres.

Zur Begründung sagte Stahmann, die Pflege sei zunehmend profitorientiert. Das gehe aber zu Lasten der Betreuung. Durch die Begrenzung wolle Bremen "ein bisschen unattraktiver" werden für Hedge-Fonds und Großinvestoren.

Die Pflege ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer mehr zum Gegenstand wirtschaftlicher Interessen geworden. Investoren mit großen finanziellen Ressourcen versprechen Anlegern hohe Renditen. Im Ergebnis erleben wir immer wieder, wie das zu Lasten der Qualität in Betreuung und Pflege geht.

Anja Stahmann (Grüne), Bremens Sozialsenatorin

Ein Drittel der rund 100 Altenpflegeheime im Bundesland verfügt über mehr als 80 Plätze. Rund 20 Prozent der Bewohner leben in Doppelzimmern. Das größte Heim ist in Bremerhaven und hat 204 Betten.

Das Geschäft mit der Pflege: Wenn Großkonzerne Bremer Heime kaufen

Bild: Radio Bremen
Ein Rollstuhlfahrer auf dem Flur eines Altenheims.

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Bild: Imago | Gerhard Leber

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 16. November 2021, 13 Uhr