Fragen & Antworten

Wo, wer, wann in Bremen und Bremerhaven welche Maske tragen muss

Zwei junge Frauen mit FFP 2 Masken im Freien und Winterbekleidung
FFP2, medizinische oder doch die Do-it-yourself-Maske: Wo ist welche gerade angebracht? Bild: DPA | Roland Schlager, APA, picturedesk.com

Die aktuelle Corona-Verordnung sieht eine Maskenpflicht vor. Aber wissen Sie immer, wo nun was gilt? Wo FFP2, wo nicht? Hier der aktuelle Überblick.

Von der Stoffmaske über die medizinische Maske hin zur FFP2-Maske: Diese Entwicklung hat Bremen in fast zwei Jahren Corona-Pandemie durchlaufen. Mit steigenden Inzidenzen in Bremen und Bremerhaven gelten verschärfte Masken-Regelungen. Wir fassen die Regelungen bezüglich der Maskenpflicht aus der aktuellen Corona-Verordnung zusammen.

Wo überal gilt derzeit die Maskenpflicht?
Kurz gesagt: Im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), im gesamten Einzelhandel und bei öffentlichen Veranstaltungen.

Zum öffentlichen Nahverkehr gehören Busse und Bahnen, aber auch der Bremer Hauptbahnhof sowie die Bus- und Straßenbahnhaltestellen und der Flughafen – nebst Fliegern.
Zu den geschlossenen Räumen des Einzelhandels gehören der Supermarkt genauso wie der Klamottenladen und das Shoppingzentrum. Der Wochenmarkt unter freiem Himmel gehört aber nicht dazu.
Bei Veranstaltungen wie bei Konzerten, im Theater oder im Kino gilt ebenfalls die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Allerdings gibt es hier die Ausnahme bei Einrichtungen oder Veranstaltungen, die nur für Menschen zugänglich sind, die genesen oder vollständig geimpft sind (2G-Veranstaltungen).
ÖPNV, Einzelhandel und Veranstaltungen: War das alles?
Nicht ganz. Das waren die drei Basisorte in der Corona-Warnstufe 1, an denen zwingend eine medizinische Maske getragen werden muss. Wo und welche Maske man braucht, hängt nämlich in Bremen und Bremerhaven mit den Warnstufen zusammen. So kann in Bremens Bussen also eine andere Maskenpflicht gelten als in Bremerhavens ÖPNV. Warnstufe 1 kann man gleichsetzen mit einer OP-Maskenpflicht, ab Warnstufe 2 gilt an bestimmten Orten eine FFP2-Maskenpflicht (siehe unten).

Warnstufen 2-4:
Zusätzlich zum Einzelhandel, dem ÖPNV und den Veranstaltungen gilt die Maskenpflicht in den Warnstufen zwei bis vier auch in sonstigen geschlossenen Räumen, die öffentlich oder im Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugänglich sind. Sprich in Schulen, der Universität, Bibliotheken, dem Amt oder dem Fitnessstudio sowie auf den Fluren von Mehrfamilienhäusern.
Dabei gibt es wiederum Ausnahmen: Liegt ein geeignetes Schutz- und Hygienekonzept vor, kann von der Maskenpflicht abgewichen werden. Das kann beispielsweise bei der 2G-Plus-Regel der Fall sein oder bei ausreichenden Abständen.
Für wen gilt die Maskenpflicht? Welcher Maskentyp ist erforderlich?
Für alle ab sechs Jahren gilt die OP-Maskenpflicht in Warnstufe 1.

Alle ab 16 hingegen müssen ab Warnstufe 2 eine FFP2-Maske tragen. Dabei sind auch gleichwertige Masken wie die KN95-Masken erlaubt. Atemschutzmasken mit Ausatemventil sind aber unzulässig, genau wie Face-Shields.

Bei der FFP2-Maskenpflicht gibt es aber eine Ausnahme für Schülerinnen und Schüler: Die müssen während der Schule in ihrer festen Lerngruppe keine FFP2-Maske tragen, dort reicht eine OP-Maske, so die Sprecherin des Bildungsressorts. Wenn Schüler allerdings nach der Schule einkaufen gehen, gilt wieder die FFP2-Maskenpflicht, stellt die Bildungsbehörde klar.
Gibt es noch mehr Ausnahmen?
Es gilt eine Ausnahme für Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Auch Bremerinnen und Bremer, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, einer chronischen Erkrankung, einer Behinderung oder einer Schwangerschaft keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können, sind ausgenommen. Das muss allerdings durch eine ärztliche Bescheinigung nachgewiesen werden können.

Eine weitere Ausnahme gilt für gehörlose und schwerhörige Menschen und Personen, die mit diesen kommunizieren, sowie ihre Begleitpersonen. Dort ist vor allem die Mundbewegung eine wichtige Kommunikationsform.
Maskenpflicht in Bildungseinrichtungen: Wie war das noch genau?
Maskenpflicht in der Kita:
Maskenpflicht gilt dort nur für externe Personen ab dem zehnten Lebensjahr. Das heißt: Für Eltern und die großen Geschwister und das auch bei Veranstaltungen. Beschäftigte können Masken tragen, müssen dies aber nicht.

Maskenpflicht in der Schule:
"In den Gebäuden der allgemein- und berufsbildenden Schulen ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht", heißt es in der Corona-Verordnung. Das gilt auf den Fluren und im Klassenverband während des Unterrichts, es reicht aber für Schülerinnen und Schüler eine einfache OP-Maske. Auch am Kiosk oder bei der Essensausgabe ist das Tragen einer Maske Pflicht.
Beschäftigte hingegen müssen in den Gebäuden und während des Unterrichts eine FFP2-Maske tragen; in ihren eigenen Büros können sie die Maske jedoch abnehmen.

Weitere Ausnahmen werden im Erlass der Senatorin für Kinder und Bildung geregelt. So gibt es in der Schulmensa beziehungsweise überall dort, wo Schülerinnen und Schüler etwas essen dürfen, keine Maskenpflicht in der eigenen Kohorte und an einem festen Platz. Auch beim Sportunterricht dürfen die Kinder und Jugendlichen die Maske abnehmen. Dieser soll wenn möglich an der frischen Luft stattfinden.

Maskenpflicht in Aus-, Fort- und Weiterbildungsstätten:
Zum Beispiel beim Führerschein oder in der Volkshochschule gilt auch eine Maskenpflicht. Dabei gibt es Ausnahmen zum Beispiel für Bereiche, wo das Essen erlaubt ist.
Und was gilt für Beschäftigte bei der Arbeit, beispielsweise im Supermarkt oder bei der Post?
Das regelt der Bund in seinen Arbeitsschutzgesetzen. Bremen selbst gibt hier keine Regeln vor, so der Sprecher der Bremer Gesundheitsbehörde.
Eine Frau mit schwarzer FFP2 Maske im Supermarkt am Waren-Laufband
Kundinnen und Kunden müssen eine FFP2-Maske tragen, bei den Mitarbeitern ist das jedoch nicht Pflicht. Bild: Imago | Rolf Poss
Masken gehören zwar zum Arbeitsschutz, jedoch ist es nicht zwingend, dass Arbeitgeber, die die Arbeitssicherheit ihrer Mitarbeitenden gewährleisten müssen, diese Maßnahme zur Bekämpfung der Pandemie einsetzen.
Das ist auch der Grund, warum in Bremen die Arbeitgeber so unterschiedlich mit der Maskenpflicht umgehen. Im Wesentlichen spricht für die Maskenpflicht, wenn in Innenräumen der Mindestabstand nicht eingehalten oder wenn nicht ausreichend gelüftet werden kann.
Und wenn mal gerade keine passende Maske zur Hand ist?
Dann gilt das im Land Bremen als Ordnungswidrigkeit und kann mit bis zu 50 Euro bestraft werden. Bei Mehrfachverstößen ist auch eine Erhöhung des Bußgeldes möglich.

Rückblick: Viele Beschlüsse in Bremen bereits umgesetzt

Bild: Radio Bremen

Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 25. Januar 2021, 19:30 Uhr