Nach Bodenpersonal-Streik: Lufthansa und Verdi einigen sich

Ein Flugzeug startet an einem Flughafen.

Nach Bodenpersonal-Streik: Lufthansa und Verdi einigen sich

Bild: DPA | Christophe Gateau
  • Verdi und Lufthansa einigen sich auf Tarifvertrag
  • 20.000 Beschäftigte des Bodenpersonals bekommen mehr Lohn
  • Warnstreik verursachte Flugausfälle auch in Bremen

Passagiere der Lufthansa müssen keine weiteren Streiks des Bodenpersonals mehr fürchten. Das Unternehmen und die Gewerkschaft Verdi haben sich am Donnerstagabend auf einen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 18 Monaten geeinigt. 

Die Vereinbarung sieht für die rund 20.000 Beschäftigten Gehaltssteigerungen von mindestens 325 Euro plus einer weiteren Erhöhung um 2,5 Prozent vor, wie beide Seiten berichteten. Am Mittwoch vergangener Woche hatte Verdi mit einem ganztägigen Warnstreik nahezu den gesamten Lufthansa-Flugbetrieb lahmgelegt.

Auch Bremen war betroffen

In Bremen waren vom Warnstreik nur wenige Beschäftigte des Bodenpersonals betroffen. Da aber an den großen Drehkreuzen in Hamburg und Frankfurt viele Flüge nicht starten und landen konnten, fielen auch Flüge in Bremen aus.

Laut Verdi ergeben sich damit beispielsweise für Check-In-Beschäftigte zwischen 13,6 und 18,4 Prozent mehr. Verhandlungsführerin Christine Behle nannte Mindestsummen zwischen 377 und 498 Euro monatlich. Lufthansa sprach sogar von Steigerungen um 19,2 Prozent in der untersten Gehaltsstufe von 2.000 Euro Grundvergütung.

Ergebnis nicht von Lufthansa-Gewinn abhängig

Die Verdi-Vize Behle lobte das Ergebnis, das auch nicht vom Lufthansa-Gewinn abhängig gemacht worden sei. Sie sagte: "Das Ergebnis beinhaltet einen Inflationsausgleich und zusätzlich eine Reallohnerhöhung. Es war uns wichtig, diesen echten Ausgleich zu erreichen, um die Beschäftigten in dieser wirtschaftlich schwierigen Situation abzusichern."

Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann zeigte sich zuversichtlich, nun auch mit den streikbereiten Piloten zu einem Abschluss kommen zu können. Für das Bodenpersonal bedeute der Abschluss große Gehaltszuwächse: "Es war uns wichtig, die unteren und mittleren Einkommensgruppen überproportional zu berücksichtigen. Damit werden wir der sozialen Verantwortung für unsere Beschäftigten gerecht und sichern unsere Attraktivität als Arbeitgeber."

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 5. August 2022, 6 Uhr