Bremens neue Podcast-Familie: Was "Lost in Neulich" so besonders macht

Darsteller der Hörspielserie Lost in Neulich
Cornelia Lippert, Tessa Mittelstaedt, Martin Engler, Christoph Moreno, Ella Lee

Bremens neue Podcast-Familie: Was "Lost in Neulich" so besonders macht

Bild: Radio Bremen | Anette Korroll

Bei Podcasts denken viele an launige Gespräche und hintergründige Reportagen. Aus Bremen kommt jetzt die erste fiktionale Podcast-Soap der ARD-Audiothek.

Bremen hat schon einige Medien-Familien hervorgebracht, die für Furore gesorgt haben – ob Familie Schefer aus der Fernsehserie "Nicht von schlechten Eltern" oder Loriots "Familie Hoppenstedt". Jetzt kommt Familie Lüders dazu, deren Geschichte in 24 Folgen als Podcast in der ARD-Audiothek abrufbar ist.

"Lost in Neulich – Kein Dorf für Anfänger" ist etwas ganz Neues: Ein fiktionaler Podcast, mit vielen namhaften Schauspielerinnen und Schauspielern besetzt und eine ungewöhnliche Mischung aus Comedy, Drama und Gesellschaftsporträt.

Neulich ist ein Kaff auf dem Land

Neulich – so heißt ein fiktives Dorf auf dem Land, irgendwo in Deutschland. Mutter Sandra Lüders ist in Neulich aufgewachsen, hat aber mit ihrer Familie – Ehemann Thomas, den Teenagern Justus und Jana sowie Baby Finja – lange in der Großstadt gelebt. Ein neuer Job bringt sie in ihr altes Dorf zurück.

Dieser Job ist allerdings nicht ganz unproblematisch: Sie soll der Dorfbevölkerung den Bau einer großen Batteriezellenfabrik schmackhaft machen. Man ahnt, wie begeistert die Dorfgemeinschaft davon ist. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass Sandras Vorgängerin auf mysteriöse Weise spurlos verschwunden ist.

Wilder Mix aus Mysterie und Comedy

"Lost in Neulich" ist eine rasante und gleichzeitig authentisch erzählte Familiengeschichte aus dem alltäglichen Wahnsinn des Lebens. Familie Lüders wirkt beim Zuhören wie eine echte Familie, die man in ihrem Alltag beobachtet. "Ich sag' den Schauspielerinnen und Schauspielern immer, dass ich es gerne lebendig habe und so wie im echten Leben. Die können auch gerne mal durcheinanderreden. Dadurch werden diese Familienszenen so echt", beschreibt Regisseurin Anja Herrenbrück ihre Arbeit.

In der Story von "Lost in Neulich" ist alles drin: Es geht es um Identität, Rollenklischees in der Gesellschaft, um Geschlecht, Rassismus, Politik und Toleranz. Da ist zum Beispiel Sohn Justin, der sich mit einem Jungen anfreundet, dessen Eltern rechtsradikal sind – und gleichzeitig verliebt sich Justin in Sina, die Tochter des türkischen Ortsvorstehers.

Komödie, Drama, Mystery-Serie: Es ist spannend, es ist unterhaltsam, man ist berührt.

Tessa Mittelstaedt - Darstellerin der Hörspielserie Lost in Neulich
Schauspielerin Tessa Mittelstaedt über "Lost in Neulich"

Das Dorf Neulich ist ein Mikrokosmos, der all diese Themen vereint und aushandelt – am Küchentisch, in der Fahrschule oder am türkischen Imbiss um die Ecke.

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Autorin

  • Jana Wagner Redakteurin

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Mittag, 9. März 2022, 13:10 Uhr