Bovenschulte: Lockdown für Ungeimpfte ist der falsche Weg

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte spricht bei den Deutschen Meisterschaften im Tischtennis.
Bild: DPA | Jürgen Kessler
  • Bremens Bürgermeister Bovenschulte hält Lockdown für Ungeimpfte für falsch.
  • Bovenschulte: Eher über allgemeine Impfpflicht nachdenken.
  • Konkret schlägt Bovenschulte Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen vor.

Ab heute gilt in Österreich ein zehntägiger Lockdown für Ungeimpfte. Die Betroffenen dürfen ihre Wohnung nur noch für Lebensmittel-Einkäufe, Arbeit oder Ausbildung, Arztbesuche oder zur körperlichen Erholung verlassen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit deutlich über 800.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) lehnt Beschränkungen, wie sie Österreich jetzt umsetzt, vehement ab. Im ZDF sagte der SPD-Politiker, es sei der falsche Weg, die Menschen in ihren Wohnungen einzusperren, und dann auch noch zwischen Geimpften und Ungeimpften zu unterscheiden. In einer Situation, wie sie derzeit in Österreich herrscht, müsse man eher über eine allgemeine Impfpflicht nachdenken.

Wenn man in einer Situation sagt, wir sind so verzweifelt, dass wir keinen anderen Weg sehen, dann müsste man sich tatsächlich ehrlich machen und eine allgemeine Impfpflicht einführen.

Andreas Bovenschulte (SPD), Bremens Bürgermeister

Zuvor hatte Bovenschulte mit Blick auf den Corona-Gipfel am nächsten Donnerstag gesagt, dass er eine bundesweite Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen für denkbar halte. "Wir werden angesichts der Zuspitzung der Lage in Teilen Deutschlands über eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen nachdenken müssen", sagte der SPD-Politiker dem Nachrichtenportal "watson".

Das Land Bremen nannte Bovenschulte in der Bekämpfung der hohen Inzidenzen als Vorbild. Das kleine Bundesland hat die höchste Impfquote bundesweit. "Bremen hat in der Pandemie bislang primär auf Überzeugung und nicht auf Druck gesetzt – und damit auch beim Impfen gute Erfahrungen gemacht", sagte Bovenschulte.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 15. November 2021, 7 Uhr