Fragen & Antworten

Das sind die Gründe für den Leerstand in der Bremer Waterfront

Krise im Einzelhandel sorgt für Leerstand in der Bremer Waterfront

Bild: DPA | Bildagentur-online/Schoening

Überfüllte Gänge, Schlangen an den Kassen und ein großes Angebot an Läden: So wünscht man sich Shoppingcenter. In der Waterfront ist die Lage aktuell anders.

Nicht nur die Bremer Innenstadt hat mit Leerstand zu kämpfen. Auch Shoppingcenter in und um Bremen kommen immer mehr in Bedrängnis. Ein Beispiel ist die Waterfront. Da haben insgesamt 19 Läden von 120 ihre Filiale bereits geschlossen – und das nicht nur wegen Corona. Doch was sind die Gründe? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Warum schließen immer mehr Geschäfte in den Shoppingcentern?
Die Gründe sind vielfältig. Zum einen sind Insolvenzen ein Grund für den Leerstand oder aber, dass Geschäfte einfach zusammengelegt wurden. Das erzählt Waterfront-Center Managerin, Kirsten Jackenkroll. Auch die Neuvermietung der Geschäfte sei nicht so einfach, weil sich viele Einzelhändler wegen Corona noch nicht trauen würden zu planen. Und künftig könnte noch ein weiteres Problem dazukommen. Nämlich die steigende Energiepreise: Zum Teil könnte es laut Jackenkroll vorkommen, dass die Betreiber der Läden die Kosten nicht mehr bezahlen können.
Lässt sich ein Trend erkennen, welche Branchen besonders hart getroffen sind?
Vor allem Bekleidungsgeschäfte und Schuhläden haben gelitten – auch wegen der Zunahme von Online-Shopping. Das bestätigt zumindest Karsten Nowak. Er ist Geschäftsführer für den Bereich Einzelhandel der Handelskammer Bremen. Vor allem Kleidung und Accessoires würden oft online gekauft. Vor der Pandemie haben zwar auch schon viele online geshoppt, aber durch die Corona-Krise sei die Nachfrage noch mal höher geworden.
Und wie geht es den übrigen Shoppingcentern in Bremen und umzu aus?
Der Weserpark wurde erst 2014 umgebaut. Da laufen noch alle Verträge. Und er hat einen weiteren großen Vorteil: Dort gibt es viele Lebensmittelläden, die auch während der ganzen Corona-Zeit geöffnet hatten.

Bei Dodenhof sieht es ähnlich gut aus, erzählt Michaela Strube. Sie ist die Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsabteilung und sagt, dass sie keine Probleme mit leer stehenden Verkaufsflächen hätten.

Im Roland Center stehen aktuell sechs Läden leer. Die Geschäfte sind coronabedingt insolvent gegangen. Zwei Beispiele sind da die Friseurkette "Klier" oder das Damenbekleidungsgeschäft "Orsay".

In Bremerhaven kämpft das Einkaufszentrum Columbus Center in der Innenstadt schon länger mit gravierendem Leerstand. Dort hatten die Ankermieter Saturn und Karstadt bereits Ende 2020 und Anfang 2021 ihre Filialen geschlossen. Die Schaufenster der Karstadt-Passage sind seitdem abgeklebt. Zudem schlossen etliche kleinere Geschäfte.
In der Waterfront sind also die meisten Verkaufsflächen leer. Gibt es schon Pläne, wie das Shoppingcenter wieder attraktiver werden könnte?
Was definitiv gut läuft, sind die Entertainment-Konzepte – also alles mögliche, was abseits des Shoppens dort noch so läuft. Kino, das Jump House und Planet Arcade, ein Indoor-Freizeitpark für virtuelle Spiele. Die Freizeitangebote sind laut Jackenkroll total gefragt. Aber auch Gastro-Angebote werden gut angenommen.

Wie wollen Sie die Bremer City beleben, Herr Zillich?

Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Sarah Rohlfs Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 18. Mai 2022, 9:10 Uhr