Fragen & Antworten

Wer wann in Bremen den Laubbläser dröhnen lassen darf

EIne Frau bläst mit einem Laubbläser runtergefallene Blätter von einem Gehweg.
Im Bremer Stadtbereich kommen nur noch elektronische Laubbläser zum Einsatz. (Symbolbild) Bild: DPA | Julian Stratenschulte

Bunte Blätter im Herbst sind schön – so sie keine glitschige Schicht auf dem Boden bilden. Sobald das passiert, sind Laubbläser im Einsatz. Was ist erlaubt, was nicht?

Die letzten Bäume in Bremen verlieren ihre bunten Blätter – und wird auf Geh- und Radwegen sowie auf der Straße schnell zu einer rutschigen Schicht. Und dagegen kämpfen viele mit Laubbläsern. Aber wer darf überhaupt wann einen Laubbläser benutzen? Schließlich sind die mit einer Lautstärke von mehr als 100 Dezibel ungefähr so laut ist wie ein Presslufthammer, teilt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Bremen mit – zumindest solange sie nicht elektrisch betrieben sind.

Wann dürfen Gartengeräte wie Laubbläser in Bremen zum Einsatz kommen?
Tatsächlich gibt es für gewisse Gartengeräte eine gesetzliche Ruhezeit – und Laubbläser gehören dazu, teilt das Bremer Ordnungsamt mit. Geräte wie Freischneider, tragbare Motorkettensägen, Graskantenschneider, Laubbläser und Laubsammler dürfen laut Ordnungsamt unter der Woche von 13 bis 15 Uhr und von 17 bis 9 Uhr nicht benutzt werden. An den Wochenenden sogar gar nicht. Doch wer jetzt denkt, aber die Umweltbetriebe und Stadtreinigung pustet doch den ganzen Tag – es gibt Ausnahmen: In Gewerbe- und Industriegebieten gelten diese Regeln nicht und das Betriebsverbot zwischen 13 und 15 Uhr entfällt für Geräte und Maschinen, die gewerblich genutzt werden. Außerdem muss die Verkehrssicherheit gewährleistet werden – und dafür können die Teams der Stadtreinigung schon ab 3:45 Uhr im Einsatz sein.
Wer ist dafür zuständig, das Laub zu entfernen?
Auch bei Laub gilt genauso wie bei Schnee und Eis die Verkehrssicherungspflicht – also müssen auch Hausbesitzer und -besitzerinnen sowie Vermieter und Vermieterinnen Herbstlaub von ihren Grundstücken entfernen, damit sich alle gefahrlos über die Wege rund um das Haus bewegen können. Vermieter können jedoch auch in den Mietverträgen regeln, dass die Mieter für die Entsorgung des Laubs zuständig sind. Die Räumpflicht beginnt an Werktagen um 7 Uhr und endet um 20.30 Uhr. An Sonn- und Feiertagen beginnt sie um 9 Uhr und endet um 20 Uhr.

In Bremerhaven entsorgt das Gartenbauamt das Laub von den Bäumen, für die es zuständig ist und die Entsorgungsbetriebe Bremerhaven (EBB)
sorgen für laubfreie Straßen und öffentliche Wege. In der Stadt Bremen gebe es rund 70.000 Straßenbäume und ihr Laub müsse natürlich auch entfernt werden, so die zuständige Bremer Stadtreinigung. Dafür setze sie auch Laubbläser ein: „Denn nasses Laub wird schnell rutschig und kann zu Unfällen von Fußgängern und Radfahrern führen, aber auch den Bremsweg für Autos verlängern.“ In Bremen kommen Laubbläser mit herkömmlichen Verbrennungsmotor nur in den Randbereichen zum Einsatz und nicht in der Innenstadt – in diesem Bereich werden elektrische genutzt.
Wo kann Laub entsorgt werden?
Laub kann entweder über einen Komposthaufen im Garten entsorgt werden oder aber über eine der 15 Recycling-Stationen in Bremen. In Bremerhaven entsorgen die Grünschnitt-Annahmestelle "Grauer Wall" und "Bauer" Laub kostenlos.

Aber nicht immer muss Laub auch entsorgt werden. Im Garten kann es Igeln und anderen kleinen Tieren und Insekten Unterschlupf für den Winter bieten, teilt der BUND Bremen mit. Außerdem diene es als Frostschutz auf Beeten und könnte Rosen schützen.
Wie viel Laub gibt es jedes Jahr in Bremen?
Allein in der Stadt Bremen werden auf den Recycling-Stationen rund 30.000 Tonnen Gartenabfälle abgegeben – und Herbstlaub macht davon den wesentlichen Anteil aus, teilt die Stadtreinigung mit. Zu Hochzeiten sammeln die Mitarbeiter der Stadtreinigung täglich so viel Laub auf, wie in acht vollgefüllten großen Müllwagen passen würde.

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