Disziplinarverfahren gegen Bremer Pastor Latzel auf dem Prüfstand

Pastor Olaf Latzel im Saal des Landgerichts bei seiner Berufungsverhandlung, bei der er vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen wurde.
Bild: Radio Bremen
  • Pastor vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen
  • Kirchenausschuss soll beraten, ob und wie das Disziplinarverfahren weitergeführt wird
  • Staatsanwaltschaft prüft die Möglichkeit, in Revision zu gehen

Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) will das Disziplinarverfahren gegen den Bremer Pastor Olaf Latzel überprüfen. Das Bremer Landgericht hatte den evangelischen Pastor Olaf Latzel vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen. Der Kirchenausschuss soll nun darüber beraten, wie und ob das Disziplinarverfahren weitergeführt wird.

Das Landgericht hatte es nicht als erwiesen angesehen, dass sich der Pastor der Bremer St.-Martini-Gemeinde in einem auf Youtube veröffentlichten Eheseminar homosexuellenfeindlich und volksverhetzend geäußert habe.

Nach dem Freispruch forderte der Verteidiger des Pastors, Sascha Böttner, dass auch das Disziplinarverfahren "einzustellen sei". Ganz so eindeutig ist das aus Sicht der BEK offenbar nicht. "Ich glaube es ist gut, wenn der Kirchenausschuss sich das ganz in Ruhe anguckt und dann prüft", sagte der Schriftführer der BEK, Bernd Kuschnerus.

Zu dem Freispruch selbst wollte sich die Bremische Evangelische Kirche nicht äußern. Auch der Pastor gab keinen Kommentar zum Urteil ab. Hintergrund ist das laufende Disziplinarverfahren innerhalb der Landeskirche. Nach dem Freispruch will die Bremer Staatsanwaltschaft jetzt die Möglichkeit prüfen, in Revision zu gehen.

Bremer Pastor Latzel vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 21. Mai 2022, 6 Uhr