Berufungsprozess um umstrittenen Bremer Pastor Latzel startet

Ein Mann mit einer OP-Maske trägt eine Bibel unter dem Arm.
Bild: DPA | Sina Schuldt
  • Landgericht verhandelt Fall von Olaf Latzel
  • Vor anderthalb Jahren wegen Volksverhetzung verurteilt
  • Begründung: Latzel habe Homosexuelle als Verbrecher bezeichnet

Der Fall des Pastors Olaf Latzel von der Bremer St. Martini Gemeinde beschäftigt ab Montag wieder die Bremer Justiz. Am Landgericht startet das Berufungsverfahren gegen ein Urteil des Amtsgerichts. Vor anderthalb Jahren war Latzel wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 8.100 Euro verurteilt worden.

An insgesamt vier Verhandlungstagen will das Landgericht jetzt erneut die Frage klären, ob der evangelische Theologe bei einem Onlineseminar zum Hass gegen Homosexuelle aufgerufen hat. Das sah das Amtsgericht damals als erwiesen an. Die Begründung: Latzel habe Homosexuelle als Verbrecher bezeichnet. Das könne man als Aufruf zur Gewalt verstehen. Die Verteidigung sah in dem Urteil dagegen eine Beschränkung der Meinungsfreiheit.

Gemeindevorsteher ruft Mitglieder zum Gebet auf

Unterstützung bekommt Latzel von seiner Gemeinde. In einem Brief rief der Gemeindevorsteher alle Mitglieder auf, für einen Freispruch zu beten. Der Fall Latzel hatte in Bremen hohe Wellen geschlagen. So wurde zum Beispiel das Auto des Pastors zerkratzt und die St. Martini-Kirche mit Farbe beschmiert. Gleichzeitig bekam die evangelische Kirche auch Hassmails von Unterstützern des Pastors.

Die evangelische Kirche hatte Latzel nach dem Urteil vorläufig vom Dienst suspendiert – diese Entscheidung inzwischen aber wieder zurückgenommen.

Mehr zum Prozess gegen Olaf Latzel:

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 9. Mai 2022, 6 Uhr