Wie Minister Özdemir den Schutz der Moore zum Klimaschutz macht

Bauern im Norden fürchten Flächenverlust durch Moorschutz

Bild: Radio Bremen
  • Landwirtschaftsminister Özdemir: Moorschutz wichtig für Klimaschutz
  • Fachtagung über die Zukunft der Moore in Bremen
  • Landwirte müssen laut Özdemir mitgenommen werden

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat den Schutz der Moore in Deutschland als zentralen Baustein für den Klimaschutz bezeichnet. "Moorschutz ist ein Kernbereich des natürlichen Klimaschutzes", sagte Özdemir am Dienstag bei einer Fachtagung zur Zukunft der Moore in Bremen.

Moore seien nicht nur gut fürs Klima, sondern auch für die biologische Vielfalt. Auch im Landwirtschaftsministerium müsse geschaut werden, wie es ein Beitrag zum Klimaschutz leisten könne. Bei den Mooren könne man mit relativ wenig Aufwand viel erreichen, sagt Özdemir. Von den vier Milliarden Euro, die bis 2026 zur Verfügung stünden, soll ein wesentlicher Teil in den Schutz von Moorböden fließen. Die Strategie sei derzeit in der Ressortabstimmung.

Landwirte müssten beim Klimaschutz mitgenommen werden

Özdemir sei es wichtig, mit den Landwirten eine offene und ehrliche Debatte zu führen. "Ja, wir wollen als Bundesregierung den Klimaschutz durch den Schutz unserer Moorböden stärken. Gleichzeitig sehe und verstehe ich die Sorgen bei denen, die Flächen in Moorgebieten bewirtschaften und deren Lebensunterhalt davon abhängt." Diese Menschen müsse man mitnehmen.

In Niedersachsen pochen die Bauern bei den anstehenden Klimaschutzmaßnahmen in Moorgebieten auf ein Mitspracherecht. "Was wir ganz dringend verhindern wollen, dass die Leute kalt enteignet werden", warnte Niedersachsens Landvolkpräsident Holger Hennies. In einem Positionspapier heißt es: "Wir erwarten eine frühzeitige und ehrliche Kommunikation auf wissenschaftlich-abgesicherter Basis."

Die Gesellschaft und auch der Bundeslandwirtschaftsminister müssen wahrnehmen, hier sind Menschen, die hier wohnen, leben und arbeiten, und das schon seit Jahrhunderten.

Holger Hennies, Niedersachsens Landvolkpräsident

In Niedersachsen liegen rund 38 Prozent der bundesweiten Moorflächen, bei den Hochmooren sind es sogar 73 Prozent. In Niedersachsen seien etwa 5.000 bis 8.000 Betriebe betroffen, die Flächen in Moorgebieten hätten. Diese Betriebe dürften nicht schleichend aus Moorgebieten "heraus geekelt" werden.

Das Trockenlegen zur landwirtschaftlichen Nutzung und das Abtorfen habe die Moore stark geschädigt. Durch schonende Bewirtschaftung sowie Wiedervernässung könne ein erheblicher Beitrag geleistet werden, damit die Moore zu Kohlenstoffsenken würden.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. Juli 2022, 19:30 Uhr