Infografik

Corona-Lage in Kliniken im Land Bremen stabilisiert sich

Ein Mann in Schutzkleidung versorgt eine Frau, die in einem Krankenhausbett liegt.

Kliniken im Land Bremen wegen Corona nicht überlastet

Bild: Imago | Addictive Stock/Mikel Allica
  • Gesundheitsressort spricht von angespannter Lage.
  • Situation stabilisiere sich aber.
  • Kliniken kämpfen mit Personalmangel.

Trotz hoher Infektionszahlen sind die Kliniken im Land Bremen laut Gesundheitsressort wegen Corona nicht überlastet. Die Lage auf den Normalstationen sei angespannt, stabilisiere sich aber, so der Sprecher der Bremer Gesundheitsbehörde, Lukas Fuhrmann. Dort seien vor allem Patienten mit Corona, aber nicht wegen Corona.

Der Sprecher des Bremerhavener Klinikums Reinkenheide, Henning Meyer, betont, dass die Situation nicht nur wegen der Covid-Patienten angespannt sei, sondern auch durch einen hohen Krankenstand bei den Mitarbeitern. Aktuell würden in Reinkenheide 17 Prozent der rund 2.000 Beschäftigten aufgrund von Krankschreibungen ausfallen, nicht nur wegen Corona, auch wegen anderer Erkrankungen. 3 Prozent davon seien derzeit als Kontaktpersonen in Quarantäne. Dadurch gebe es temporäre Engpässe auf einzelnen Stationen, "jedoch ohne dass der Betrieb ganzer Versorgungsbereiche derzeit grundlegend eingeschränkt werden muss", so Meyer.

Seit Ende Januar verschiebt das Klinikum alle planbaren Operationen und Behandlungen. Die Notfallversorgung bleibe jedoch gewährleistet.

Corona-Fälle in den Krankenhäusern im Land Bremen

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Erhöhter Pflegeaufwand bei isolierten Patienten

Auch der Sprecher des Bremerhavener Ameos-Klinikums, Marco Graudenz, berichtet von einem hohen Krankenstand bei den Mitarbeitenden. Zahlen nennt er nicht. "Die Solidarität in der Belegschaft ist sehr hoch, aber leider ebenso die Belastung", so Graudenz. Der Krankenhausbetrieb sei aber sichergestellt. Es sei auch nicht geplant, Operationen zu verschieben. Man müsse nun die kommenden Tage abwarten, da der Höhepunkt der aktuellen Welle laut Experten Mitte Februar erreicht sein soll, so Graudenz. "Aber im Moment gehen auch wir davon aus, dass es nicht zu einer Notsituation kommen wird."

Und das, obwohl es in der Klinik gerade einen Corona-Ausbruch auf einer Station gibt. Das Gesundheitsamt weist aber darauf hin, dass es sich bei dem Cluster um eine einstellige Zahl von infizierten Mitarbeitern und Patienten handelt und die ersten wieder genesen seien.

Der Krankenhausbetrieb war und ist sichergestellt.

Marco Graudenz, Sprecher des Bremerhavener Ameos-Klinikums

In den Krankenhäusern des Bremer Klinikverbundes Gesundheit Nord (Geno) fallen aktuell rund 220 Mitarbeiter wegen Corona aus. In den vergangenen Wochen waren es im Schnitt etwa 250, sagt Sprecherin Karen Matiszick, die Zahl sei also aktuell leicht rückläufig. Insgesamt seien aber nur wenige Operationen verschoben worden. Dennoch spricht auch Matiszick von einer "durchaus sehr angespannten Lage". Dazu trage auch der erhöhte Pflegeaufwand bei den isolierten Patienten bei.

Niedersachsen rechnet ebenfalls nicht mit Überlastung

Auch in Niedersachsen wird der Höhepunkt der Omikron-Welle nach Einschätzung der Landesregierung nicht zu einer Überlastung der Krankenhäuser führen. Nach Hochrechnungen des Robert-Koch-Instituts sei in den kommenden beiden Wochen ein Höchststand von bis zu 300 Intensivpatienten in Niedersachsen zu erwarten, gleichzeitig könne die Hospitalisierungsinzidenz von derzeit 11 auf bis zu 17 steigen, erklärte der Leiter des Corona-Krisenstabs Heiger Scholz in Hannover.

Der Anstieg liege aber auch hier an Patienten mit positivem Corona-Test, die aber wegen anderer Krankheiten im Krankenhaus seien. So bleibe eine große Anspannung für die Krankenhäuser, die aber beherrschbar sei. Auch der Deutsche Hausärzteverband erklärte, es gebe in den Praxen zwar mehr Corona-Patienten, aber die Verläufe seien deutlich milder.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 9. Februar 2022, 12 Uhr