Fragen & Antworten

Bremer SPD fordert Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos

E-Autos werden an Ladesäulen aufgeladen.

SPD-Konzept Ladesäulen

Bild: DPA | Frank Hoermann / Sven Simon

Auf jeden der 329 E- und Hybridauto-Ladepunkte in Bremen kommen knapp 20 Autos. Deshalb hat die Bremer SPD jetzt ein Konzept für den Ausbau der Infrastruktur vorgestellt.

Am Montag hat die Bremer SPD ein Positionspapier mit Ideen vorgelegt, wie mehr Ladesäulen in Bremen und Bremerhaven geschaffen werden könnten.

Was fordert die SPD genau?
Das Ziel der SPD ist: Bis Mitte des Jahres soll es eine landesweite Strategie zum Ladesäulen-Ausbau geben, die mit den Unternehmen, den Beiräten und den Behörden abgestimmt ist. Das Ladenetz soll so ausgebaut werden, dass nicht nur in Stadtteilen, wo es sowieso viele E-Autos gibt, mehr Stationen gebaut werden, sondern auch in anderen Stadtteilen in den Randgebieten. Das soll den Anreiz schaffen, ein E-Auto zu kaufen.

Außerdem will die SPD mehr Ladeplätze in Gewerbeparks oder Park-and-Ride-Plätzen, damit die Leute mit ihren E-Autos besser zur Arbeit pendeln können. Bei neuen Bauprojekten sollen Ladestationen direkt eingeplant werden. Zum Beispiel soll bei Parkplätzen einer bestimmten Größe über Solardächer nachgedacht werden, um die Ladesäulen mit Strom zu beliefern.
Die Konzepte im Strategiepapier klingen erstmal sehr abstrakt. Gibt es denn konkrete Ziele?
Noch dieses Jahr soll es laut dem Konzept 20 neue Ladestationen in Bremen und Bremerhaven geben.
Auch in öffentlichen Parkhäusern sollen bis 2030 60 Prozent der Parkplätze mit Ladepunkten ausgestattet sein. Außerdem soll es Bis 2030 in jedem Quartier 120 Ladepunkte geben, um so das bundesweite Ausbauziel von einer Million Ladepunkten zu unterstützen.
Wie soll das Konzept im Viertel oder in Findorff funktionieren, wo sowieso schon Parkplätze fehlen?
Die SPD schlägt entweder Quartiersgaragen vor, in denen man sein Auto abstellt oder Mobilitätshäuser. Darunter stellt sich die SPD Sammelorte vor, in denen man sein Auto abstellen, aber auch E-Fahrräder oder Autos ausleihen kann.
Das Bremer Mobilitätsressort wird nicht von der SPD, sondern vom Grünen Koalitionspartner geleitet. Was sagt denn das Ressort?
Das Ressort ist etwas irritiert, denn eigentlich seien im Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und Linken ganz andere Konzepte vereinbart worden, um Autos von der Innenstadt fern zu halten – egal ob E-Autos oder Verbrenner. Außerdem habe es schon im November eine Anfrage der SPD-Fraktion dazu gegebene, die der Senat entsprechend beantwortet hat – und der werde schließlich von der SPD geführt.
Was sagt die Opposition zu diesem Vorstoß?
Die CDU sagt, dass die Ideen nicht neu seien. Letztlich stammen viele der Ziele aus dem Ergebnispapier der Bremer Enquetekommission Sie befürwortet das Konzept der SPD, jetzt müsse die Partei auch liefern.

Autorinnen und Autoren

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 15. Februar 2022, 15:10 Uhr