Polizeieinsatz wegen Zwangsräumung im Bremer Viertel

Video vom 13. Juli 2021
Mehrere Polizisten stehen vor den Demonstranten bei einer Zwangsräumung am Dobben,
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen
  • Im Bremer Viertel haben Demonstranten versucht, eine Zwangsräumung zu verhindern
  • Räumung konnte nur mit Hilfe der Polizei durchgesetzt werden
  • Demonstranten halten Räumung für unverhältnismäßig

Am Dobben im Bremer Viertel ist am Dienstag eine Zwangsräumung mit Hilfe der Polizei durchgesetzt worden. Für die Räumung gab es ein rechtskräftiges Urteil des Bremer Amtsgerichts. Zuvor hatten circa 60 Demonstranten versucht, die Räumung zu verhindern. Sie blockierten den Zugang zum Haus und forderten eine Aussetzung der Zwangsräumung.

Der Versammlungsleiter löste die Versammlung auf, nachdem die Polizei Auflagen formuliert hatte. Einige Demonstranten blieben aber vor dem Haus stehen. Zwischen ihnen und der Polizei kam es zu Auseinandersetzungen, als die Beamten das Haus betreten wollten. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

Bremer Bündnis gegen Zwangsräumung hatte zu Protest aufgerufen

Eine Sprecherin des Bremer Amtsgerichts teilte mit, dass die Räumung 2,5 Stunden gedauert habe. "Unproblematische Fälle dauern zehn Minuten", sagte sie. Aufgerufen zu dem Protest hatte unter anderem das Bremer Bündnis gegen Zwangsräumung. Nach Ansicht des Bündnisses ist die Räumung unverhältnismäßig. Der Mann, der in der geräumten Wohnung wohnt, wollte sich zu den Vorfällen nicht äußern.

Wir als Bündnis Zwangsräumung problematisieren die Idee, dass Wohnen eine Ware ist. Jeder Mensch muss wohnen, das sollte eigentlich jedem einsichtig sein.

Bahne Michels, Sprecher Bündnis gegen Zwangsräumung

Der Eigentümer des Hauses, der stadtbekannte Immobilienentwickler Marco Bremermann, kann den Protest nicht nachvollziehen. Bremermanns Firma Müller und Bremermann gehört auch das ehemalige Kaufhaus Dete in der Bremer Neustadt. Aktivistinnen hatten das im vergangenen Herbst besetzt, eine angestrebte Zwischennutzung kam nicht zustande. Die Aktivistinnen müssen das Haus bis Ende der Woche verlassen.

Wir haben über anderthalb Jahre Gespräche mit dem Mieter gesucht, um Instandsetzungsarbeiten an der Wohnung vorzunehmen. Der Mieter müsste diese Maßnahmen dulden. Es ging hier aber nicht um Mietererhöhungen, sondern um die reine Instandsetzung des Gebäudes und der Wohnung. In diesen anderthalb Jahren hat der Mieter jede Kommunikation verweigert.

Daniel Günther, Sprecher Müller und Bremermann

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. Juli 2021, 19:30 Uhr