Zugausfälle: Bremer Verkehrsressort kritisiert Nordwestbahn scharf

  • Ein Viertel der Lokführer hat sich krank gemeldet
  • Linie zwischen Bremen-Farge und Verden betroffen
  • Auch zwischen Bremerhaven-Lehe und Twistringen fielen Züge aus
Eine Nordwestbahn am Bremer Hauptbahnhof.

Die Nordwestbahn hat Vorwürfe zurückgewiesen, zu wenig Personal eingestellt zu haben. "Für das S-Bahnnetz brauchen wir 98 Triebfahrzeugführer, wir haben aber 105 im Einsatz", sagte Robert Palm, Leiter der Regio-S-Bahn Bremen. Allerdings hätten sich allein am Donnerstag 13 Lokführer krankgemeldet. Damit fielen insgesamt 22 Fahrer aus.

In der Folge wurden am Freitag zahlreiche Züge von und nach Bremen gestrichen. Davon betroffen sind Regio-S-Bahn-Verbindungen zwischen Bremen-Farge und Verden sowie zwischen Bremerhaven-Lehe und Twistringen. Insgesamt konnten deutlich mehr als 20 Züge nicht fahren.

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Ein Sprecher der Nordwestbahn erklärte, dass man nicht zwingend davon ausgehe, dass am Wochenende Züge ausfallen. Es sei aber durchaus "kurzfristig möglich". Das Unternehmen versuche "alles Menschenmögliche, um jeden einzelnen Zugausfall zu verhindern". Wenn es am Wochenende trotzdem dazu komme, würde die Nordwestbahn kurzfristig darüber informieren.

Nordwestbahn zahlte im Jahr 2017 mehr als 440.000 Euro Strafe

Beim Verkehrsressort hat man für die Situation kein Verständnis. Mit einer Grippewelle müsse ein Unternehmen rechnen, hieß es. "Wir haben einen Vertrag abgeschlossen, der vorsieht, dass die Züge fahren", sagte Sprecher Jens Tittmann. Ist das nicht der Fall, dann werden Vertragsstrafen fällig. Laut Tittmann musste das Unternehmen im Jahr 2017 mehr als 440.000 Euro Strafe zahlen.

Wir haben kein Interesse an Strafzahlungen, wir haben ein Interesse an fahrenden Zügen.

Jens Tittmann, Sprecher des Verkehrsressorts

Aus dem Verkehrsressort heißt es, man sei von der Nordwestbahn enttäuscht. Und das könnte für das Unternehmen Folgen haben: Ab 2021 werden die Verbindungen turnusmäßig neu ausgeschrieben. Man habe in der Ausschreibung der Pünktlichkeit einen größeren Stellenwert gegeben, heißt es. Zudem seien höhere Strafzahlungen für Verspätungen beabsichtigt.

Bereits am Donnerstag waren krankheitsbedingt mehrere Zugverbindungen ausgefallen. Auf Twitter schrieb die Nordwestbahn, dass der Lokführermangel nicht nur die Nordwestbahn betrifft, sondern ein deutschlandweites Problem sei.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 22. Februar 2019, 10 Uhr