Weidetierhalter in Niedersachsen demonstrieren für Wolfs-Obergrenze

Audio vom 11. Juli 2021
Ein Rudel Wölfe im Wald
Bild: DPA | Alexander Heinl
Bild: DPA | Alexander Heinl
  • Weidetierhalter organisieren Menschenkette auf den Deichen
  • Die Tierhalter wollten auf ihre Lage mit den Wölfen hinweisen
  • Das Landvolk und andere fordern eine Wolfs-Obergrenze

Weidetierhalter aus ganz Niedersachsen haben mit einem "Aktionstag Wolf" auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Das Landvolk und andere Organisationen fordern eine Obergrenze für Wölfe.

An vielen Orten haben Verbandsvertreter und betroffene Weidetierhalter über die aus ihrer Sicht zu große Wolfspopulation informiert, wie das Landvolk mitteilte. Auch Wolfsberater und Politiker seien zu Veranstaltungen und Diskussionsrunden eingeladen gewesen. Umweltminister Olaf Lies (SPD) besuchte Weidetierhalter an der Küste.

Weil Wölfe Nutztiere töteten und sich vereinzelt auch Menschen näherten, sei die Verunsicherung in der Bevölkerung nachvollziehbar, sagte Lies. Der Minister machte jedoch gleichzeitig deutlich, dass wolfsfreie Zonen oder vorsorgliche regulierende Abschüsse nach geltendem Recht in Deutschland bisher ausgeschlossen seien.

Menschenkette auf den Deichen

Am Vormittag gab es unter anderem Menschenketten auf den Deichen in Tossens (Landkreis Wesermarsch), Dangast und Schillig (Landkreis Friesland). Deiche würden auch touristisch von Menschen genutzt, daher funktionierten hohe Zäune und Herdenschutzhunde dort nicht, heißt es von den Kreislandvolkverbänden Wesermarsch und Friesland. Die Zahl der Wölfe steige aber und die Gefahr für die Weidetiere wachse.

Landesweit gibt es den Angaben zufolge 36 Rudel und ein einzelnes Wolfspaar; das entspricht rund 350 Tieren. Daher müsse es ein echtes Wolfsmanagement geben, fordert das Landvolk.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 11. Juli 2021, 9 Uhr