Bremerhavener Experten warnen vor Pleitewelle in der Windbranche

  • Geschäfte verlagern sich laut Experten ins Ausland
  • 3.000 Jobs seien verloren gegangen
  • Branchenverband fordert kurzfristige Windkraft-Projekte in der Nord- und Ostsee
Windräder stehen im Meer.
Laut der Windenenergieagentur WAB mit Sitz in Bremerhaven sind vor allem Mittelständler in Gefahr. Bild: Imago | BildFunkMV

Der Energiekonzern Siemens und weitere Offshore-Unternehmen kritisieren erneut die Windkraft-Politik der Bundesregierung. Aus Sicht der Unternehmen hat Deutschland den Anschluss an den Markt der Hochsee-Windkraft verpasst. Inzwischen haben sich die Geschäfte ins Ausland verschoben.

Zahlreiche Unternehmen aus der Branche seien in den vergangenen Jahren schon in die Insolvenz gegangen, sagte ein Sprecher von Siemens. Die Zulieferkette für den Bau von Anlagen sei unterbrochen, weil Spezialisten fehlten. Siemens selbst baue zum Beispiel mit seinem Werk in Cuxhaven inzwischen fast ausschließlich Anlagen für den internationalen Markt, zum Beispiel für die USA und Japan.

Die Windenenergieagentur WAB mit Sitz in Bremerhaven warnte davor, vor allem Mittelständler in die Pleite zu treiben. 3.000 Jobs seien in den vergangenen Jahren verloren gegangen.

Der Branchenverband forderte kurzfristige Windkraft-Projekte in der deutschen Nord- und Ostsee. Der Bund habe zwar angekündigt, die Windkraft deutlich auszubauen. Das greife aber erst ab 2025. Zurzeit gebe es nur noch ein Offshore-Windkraft-Projekt in der Nordsee.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 22. Januar 2021, 23:30 Uhr