Schon hungrig? Köder für entwischten Waran im Bremerhavener Klimahaus

Video vom 11. Juli 2021
Ein Waran in seinem Gehege im Klimahaus in Bremerhaven. Mit seinen braun und beige Tönen tarnt er sich gut in seiner steinigen Umgebung.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen
  • Klimahaus für Besucher wieder geöffnet
  • Waran bleibt verschwunden
  • Mitarbeiter hoffen, dass das Tier auf die Köder anspringt

Besucherinnen und Besucher können die Ausstellung im Klimahaus seit dem heutigen Sonntag wieder erkunden. Den entwischten Waran haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter allerdings noch nicht gefunden. "Wir haben sichergestellt, dass das Tier für Besucher keine Gefahr darstellt", sagte Klimahaus-Sprecher Holger Bockholt am Sonntagvormittag.

Demnach sei der Waran nicht aggressiv und verstecke sich vermutlich in einer Ecke oder Spalte. Zudem sei die Aussicht in dem sehr großen Gebäude des Klimahauses zufällig auf den flüchtigen Waran zu treffen sehr gering. "Wenn überhaupt, dann kommt das Tier nachts raus", erklärte Bockholt.

Der fast ausgewachsene Nilwaran war wahrscheinlich am Freitagmorgen entwischt, als das Gehege wegen einer technischen Störung nicht komplett verschlossen war. Als die Tierpfleger ihre Kontroll- und Fütterungsrunde drehten, entdeckten sie, dass der Waran fehlte – er war allein in seinem Gehege gewesen. Kurze Zeit später wurde das Haus vorübergehend für Besucher geschlossen.

Köder ausgelegt

Nahaufnahme von Nil-Waran
Wenn ein Waran beißt, könnten Bakterien in die Wunde gelangen. (Archivbild) Bild: DPA | Friso Gentsch

Bei der Suche nach dem Reptil nutzten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Handschuhe und Werkzeuge. So könne das Tier zum Beispiel mit einem Netz eingefangen werden, sagte Bockholt. Demnach sei das rund 80 Zentimeter lange Schuppenkriechtier von Natur aus sehr gut im Verstecken.

Durch das gezielte Auslegen von Futter und Wasser soll das Waranweibchen in den Abendstunden nach Schließung der Ausstellung  dazu ermuntert werden, sein Versteck bei Nacht zu verlassen."

Mitteilung Klimahaus Bremerhaven

Warane seien sehr scheue Tiere. Zudem sei das Gebäude sehr groß, allein die Ausstellung umfasse 11.500 Quadratmeter. Die Hoffnung sei, dass das Tier irgendwann Hunger bekommt und nachts von den ausgelegten Ködern angelockt wird. Ein Waran könne aber locker zwei Wochen ohne Essen auskommen, sagte ein Sprecher. Gefährlich für das Tier könne es werden, wenn es zum Beispiel irgendwo herunterfalle.

Gefährliche Bakterien im Maul

Wenn Warane in die Enge getrieben würden, könne es sein, dass sie zuschnappen. Sie hätten sehr viele gefährliche Bakterien im Maul, wodurch sich eine Bisswunde entzünden könne, sagte der Sprecher weiter.

Im Klimahaus können Besucher eine Reise am achten Längengrad Ost entlang machen, durch verschiedene Klimazonen. Der ausgebüxte Waran lebt in der Reisestation Kamerun. Ziel des Hauses ist es, Menschen für das Thema Klima zu interessieren und zu zeigen, wie faszinierend und schützenswert die Erde ist.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier Läuft, 9. Juli 2021, 12:45 Uhr