Eine Unwetter-Bilanz der Nacht in Bremen und Niedersachsen

  • Festival-Gelände in Scheeßel weitestgehend verschont
  • Viele Bahnreisende kamen in der Nacht nicht mehr ans Ziel
  • Zugverkehr normalisiert sich mittlerweile wieder
Eine Gewitterzelle erhellt durch einen Blitz in der Nacht
Gewitterzellen wie diese zogen am Donnerstag immer wieder über die Region. Bild: DPA | Patrick Pleul

Das schwere Unwetter hat am Donnerstag vor allem nordöstlich von Bremen gewütet. In Niedersachsen gab es zwei Tote. In Bremen strandeten Hunderte Bahnreisende. Eine Bilanz.

Nach einem kurzen aber heftigen Unwetter am Nachmittag zog am späten Donnerstagabend ein weiteres Gewitter über das Gelände des Hurricane-Festivals in Scheeßel. "So richtig viel angerichtet hat das aber nicht", sagte ein Polizeisprecher. Obwohl der Veranstalter die Gäste gebeten hatte, erst am Freitag anzureisen, waren bereits am Donnerstagabend etwa 50.000 Besucher vor Ort.

Bahnstrecken bis zum frühen Freitag gesperrt

Eine lange Nacht hatten vor allem Pendler und Reisende, die mit dem Zug von Bremen nach Hamburg oder Hannover fahren wollten – oder von dort zurück. Da Bäume durch den Wind auf die Gleise gefallen waren, sperrte die Deutsche Bahn nach und nach fast alle wichtigen Strecken in der Region. Die Aufräumarbeiten dauerten die ganze Nacht.

Umgewehter Zaun auf dem Hurricane-Festivalgelände
Das Festivalgelände am Morgen danach: Nur ein umgewehter Zaun erzählt noch vom Unwetter.

Mittlerweile läuft der Bahnverkehr wieder weitestgehend planmäßig. Es gibt allerdings noch Verspätungen auf einigen Strecken – unter anderem auf der ICE-Verbindung zwischen Hamburg und Hannover, weil sie über Rotenburg umgeleitet wird. Außerdem sorgen Bäume in der Oberleitung zwischen Dortmund und Münster für Verspätungen, die auch in Norddeutschland spürbar sind.

Eine Nacht im stehenden Zug im Bahnhof

Sturmtief "Paul" war am Donnerstag mit Gewittern, Starkregen, Hagel und einem Tornado über die Nordhälfte Deutschlands gezogen. Die Deutsche Bahn stellte den Fernverkehr ein. Hunderte Reisende mussten deshalb ungeplant die Nacht in Bremen verbringen.

Auf den Hauptbahnhöfen in Bremen und Hannover wurden für die gestrandeten Reisenden Züge bereitgestellt, in denen sie die Nacht verbringen konnten, wenn sie kein Zimmer in einem Hotel mehr gefunden hatten. Die Strecken zwischen Bremen und Hamburg sowie zwischen Bremen und Hannover waren am frühen Freitagmorgen wieder befahrbar.

Die Feuerwehr räumte unzählige umgestürzte Bäume in der Region weg und pumpte Wasser ab. Zwei Menschen kamen bei den Unwettern in Niedersachsen ums Leben, einige weitere wurden leicht verletzt. Laut Polizei war die Nacht in Bremen und Bremerhaven sehr ruhig. Nennenswerte Schäden hat das Unwetter in den beiden Städten ebenfalls nicht angerichtet.

Konzert in Hannover unterbrochen

In Hannover war am Abend ein Konzert der Band Guns N' Roses für rund eine Stunde unterbrochen. Rund 70.000 Besucher wurden vorübergehend in einer Messehalle untergebracht. Die Musiker spielten im Anschluss dann bis gegen 1 Uhr am frühen Morgen. Das hatte zur Folge, dass viele mit der Bahn angereiste Fans erst mit den ersten Zügen am Freitag nach Hause fahren konnten.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 23. Juni 2017, 16 Uhr