4 Minuten Adrenalin: Jugendliche klammern sich an fahrenden Zug

  • Zwei Jugendliche fahren auf Puffern einer Lok mit und lassen sich filmen
  • Regionalzug fährt mit bis zu 120 Stundenkilometern
  • Fahrt dauerte laut Polizei wohl vier Minuten
Regional-Express
Die Jugendlichen sollen im Stehen auf den Puffern der Lok mitgefahren sein, die den Zug geschoben hat. Bild: Imago | Rüdiger Wölk

Zwischen Stade und Cuxhaven sind zwei Jugendliche außen auf einem 120 Stundenkilometer schnellen Regionalzug mitgefahren. Als der Zug losfuhr, sprangen die beiden auf die hinteren Puffer auf. Zeugen berichten, dass sie sich im Stehen an Griffen des Zuges festgehalten haben, sagte Holger Jureczko von der Bremer Bundespolizei. Ein weiterer Jugendlicher soll die sogenannten Train-Surfer dabei gefilmt haben.

Jureczko vermutet, dass die Jugendlichen nach der vierminütigen Fahrt von Hammah nach Himmelpforten abgesprungen sind. Die Polizei konnte niemand mehr aufgreifen "und wir haben auch keine konkrete Beschreibung". Jureczko geht davon aus, dass die Jugendlichen noch einmal unbeschadet davongekommen sind, warnt aber vor dem lebensgefährlichen Leichtsinn der Aktion.

Wer bei der Geschwindigkeit abrutscht und ins Schotterbett fällt, bricht sich zumindest einige Knochen und wird dann vom nächsten Zug überrollt, der nicht bremsen kann.

Holger Jureczko, Sprecher der Bundespolizei in Bremen

Bundesweit wird immer wieder über ähnliche Fälle berichtet, sagt Jureczko. In seinem Zuständigkeitsbereich habe er im vergangenen Jahr glücklicherweise keine Meldungen über Train-Surfer verschicken müssen. "Aber die Dunkelziffer kann hoch sein." Normalerweise seien Train-Surfer eher im Schutz der Dunkelheit unterwegs und nicht im Hellen während der Pendler-Zeit. Juristisch müssen die Jugendlichen mit einem Verfahren wegen Eingriffs in den Bahnverkehr oder einer schweren Ordnungswidrigkeit rechnen. "Direkter Schaden ist aber nicht entstanden", sagt Jureczko. "Uns geht es deshalb vor allem um die Präventionsbotschaft: Die Lebensgefahr ist ungeheuer groß."

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 1. März 2018, 23:30 Uhr