Tote auf Deichbrand-Festival: Amtsgericht ordnet Obduktion an

  • Beim Rockfestival Deichbrand bei Cuxhaven ist eine 26-jährige Frau gestorben
  • Ihre Freunde fanden sie leblos in ihrem Zelt
  • Polizei: Keine Hinweise auf Fremdverschulden
Außenwand des Deichbrand-Festivals, auf dem das Logo der Veranstaltung zu sehen ist
Die Tote weist laut Polizei keine Hinweise auf einen Tod durch Fremdverschulden auf.

Nach dem Tod einer Besucherin des Deichbrand-Festivals in Nordholz bei Cuxhaven hat das zuständige Amtsgericht eine gerichtsmedizinische Untersuchung beantragt. So soll die Todesursache der Frau geklärt werden. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Stade die Untersuchung beantragt.

Den Angaben zufolge gibt es bisher keine Hinweise auf Fremdverschulden oder Drogen. "Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen sowie den Freundinnen und Freunden der jungen Frau", sagte der Leiter der Polizeiinspektion Cuxhaven, Arne Schmidt.

Besucher des Festivals hatten ihre 26-jährige Freundin am Sonntagmorgen leblos in ihrem Zelt gefunden, teilte die Polizei mit. Rettungskräfte versuchten, die leblose Frau zu reanimieren. Doch der Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen. Seelsorger kümmerten sich vor Ort um die Freunde und Angehörigen.

Es war gut, dass wir Freunden und Angehörigen helfen konnten.

Manfred Lea, evangelischer Pastor und Koordinator des Seelsorge-Teams

Ein junger Mann musste wiederbelebt werden

Zelte auf dem Deichbrand-Festival (Symbolbild)
Mehr als 50.000 Menschen besuchten das Deichbrand-Festival.

Eine zweite Reanimation am Sonnabend sei erfolgreich verlaufen, berichtete Manfred Lea, evangelischer Pastor und Koordinator des Seelsorge-Teams. Der junge Mann sei ansprechbar gewesen und ins Krankenhaus gekommen. In diesem Fall hätten Seelsorger seiner Freundin zur Seite gestanden. Insgesamt waren nach Angaben des Pastors elf Kolleginnen und Kollegen im Seelsorge-Team des viertägigen Festivals im Einsatz. Eine wichtige Aufgabe seien Gespräche gewesen, in denen es beispielsweise auch um Lebensängste gegangen sei. Sowohl Lea wie auch die Polizei sprachen in der Gesamtbilanz von einem friedlichen Festival, auf dem ausgelassen gefeiert worden sei. Seit 2012 begleiten Seelsorgerinnen und Seelsorger das Festival. Sie wollen auch im kommenden Jahr dabei sein.

In der mobilen Wache auf dem Festivalgelände wurden 100 Straftaten registriert, 50 weniger als im Jahr zuvor. Darunter waren laut Polizei auch drei Fälle mutmaßlicher sexueller Belästigung. Außerdem ging es auch um Diebstahl und Körperverletzung.

Gewitter bereitete keine Schwierigkeiten

Durch das Gewitter am Samstag habe es keine Schwierigkeiten gegeben, sagte der Veranstalter, Daniel Schneider. Die Besucher seien vorgewarnt gewesen. Das Deichbrand-Festival gehört neben dem Hurricane Festival in Scheeßel zu den größten Rockfestivals in Niedersachsen. Das Deichbrand-Festival lockte dieses Jahr laut Veranstalter etwa 60.000 Menschen an. Schon im Vorverkauf seien 55.000 Tickets verkauft worden. Ganz ausverkauft sei man aber nicht gewesen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 21. Juli 2019, 16 Uhr