Tod nach Polizeigewahrsam: Bremer Polizisten trifft wohl keine Schuld

  • 35-Jähriger starb, nachdem ihn die Polizei in eine Ausnüchterungszelle gesperrt hatte
  • Todesursache ist laut Gutachten ein Herzinfarkt
  • Der Mann starb im Krankenhaus
Video vom 21. Januar 2021
Ausnüchterungszelle
Bild: Radio Bremen

Vor einem Jahr ist ein 35-jähriger Mann gestorben, nachdem ihn die Bremer Polizei in eine Ausnüchterungszelle gesperrt hatte und ihn kurz darauf leblos vorfand. Der Mann wurde nach Reanimationsversuchen in ein Krankenhaus gebracht, wo er wenig später starb. Ein Gutachten entlastet nun die Polizisten. Die Beamten des Polizeireviers Bremen-Mitte tragen demnach keine Schuld an dem Tod des Mannes. Das hat die Bremer Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitgeteilt.

Ein toxikologisches Gutachten habe die abschließende Gewissheit gebracht, sagte Frank Passade, Pressesprecher der Bremer Staatsanwaltschaft. "Als Todesursache ist ein Herzinfarkt festgestellt worden, und dieser Herzinfarkt ist offenbar so massiv gewesen, dass selbst wenn der Verstorbene etwas früher aufgefunden wäre, ein Überleben nicht wahrscheinlich gewesen wäre."

Die Beamten hatten den 35-Jährigen stark alkoholisiert am Bremer Hauptbahnhof gefunden. Später sollen sie den hilflosen Mann in der Ausnüchterungszelle über längere Zeit unbeaufsichtigt gelassen haben. Strafrechtlich spielt das aber keine Rolle, sagt die Staatsanwaltschaft. "Es stand ja im Raum, dass möglicherweise Kontrollintervalle nicht eingehalten worden wären. Und da muss man sagen, es mangelt ganz einfach an der Kausalität", sagte Passade. Den Polizisten kann demnach juristisch also kein Vorwurf gemacht werden.

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  • Uwe Wichert Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 21. Januar 2021, 19:30 Uhr